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29.11.2011

Türen lassen vergessen


Vielleicht kennen Sie das auch, Sie betreten einen Raum und haben vergessen, was Sie gerade suchen oder dort tun wollten. US-Psychologen haben dieses Phänomen erforscht und erklären es wie folgt: Türen sind wie Grenzen, die unser Denken in Ereignisse untergliedern. Durchschreitet man sie, trennt unser Gehirn die Aktivität in Episoden und sortiert Informationen neu. Deshalb fällt es vielen schwer, sich in einem anderen Raum zurückzuerinnern.

Die Forscher stellten ihren Versuchspersonen Erinnerungsaufgaben, bei denen sie entweder durch eine Tür gehen oder dieselbe Strecke im gleichen Raum zurücklegen mussten. Unabhängig davon, ob es sich um einen virtuellen oder realen Raum handelte, nachdem die Tür passiert wurde, waren die Gedächtnislücken viel größer.

Zurückgehen hilft
Das Phänomen lässt sich zum Teil durch "Kontexteffekte" erklären. Was man im Raum A lernt, kann dort viel besser abgerufen werden als im Raum B. Sitz man vor einer Vokabelliste, merkt sich das Gehirn neben dem zu lernenden Wort auch den Zusammenhang. Die orange Wand, die weiße Decke oder der grüne Bleistift werden zu Hinweisen. Fehlen diese Hinweise fällt ein späterer Abruf der Informationen oft schwerer.
Vergisst man etwas im Alltag, hilft es oft, in den Raum zurückzugehen, in dem der entschwundene Gedanke entstand. Teilweise reicht es aber auch schon, sich die Umgebung vorzustellen.