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aktualisiert am: 03.09.2010

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Trauerbewältigung


Traurige Frau

Schicksalsschläge wie der Verlust eines nahe stehenden Menschen, aber auch schwere Krankheit oder Katastrophen stürzen die meisten Menschen in einen seelischen Ausnahmezustand. Trauer wird individuell unterschiedlich erlebt und verarbeitet, sagt Pfarrerin Carmen Berger-Zell, die die Onlineredaktion der evangelischen Kooperation trauernetz.de leitet. Dabei wechseln sich häufig unterschiedliche Emotionen wie Wut, Angst, das Gefühl der Aussichtlosigkeit oder auch Empfindungslosigkeit ab. Wie man neue Kraft nach einem schmerzhaften Verlust finden kann war auch Thema eines Expertenchats bei Lebenshilfe online, bei dem Carmen Berger-Zell für rund eineinhalb Stunden Rede und Antwort stand. Die Chat-Teilnehmer fragten vor allem nach dem richtigen Umgang mit nahe stehenden Menschen, die um einen Verstorbenen trauern.


Trauer – ein schwieriger Prozess


„Das Leben muss ja weitergehen“, heißt es oft nach einem schlimmen Schicksalsschlag – von Trauernden wie Umstehenden gleichermaßen. Das darf jedoch nicht heißen, dass das Erlebte verdrängt wird. „Trauernde brauchen ihre Zeit, die Trauer auszuleben“, meint Carmen Berger-Zell, „es ist dringend notwendig, die Tabuisierung von Trauer und Tod zu stoppen.“ Dabei habe sich in den vergangenen Jahren schon eine Menge getan – doch das reiche nicht aus.

„Ein wesentlicher Aspekt für die Tabuisierung ist sicherlich, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der alles auf Glück und Leben ausgerichtet ist“, so die Pfarrerin. Der Tod sei hierzulande mehr und mehr zum Feind einer Gesellschaft geworden, in der es darum gehe, erfolgreich zu sein. „Und dazu passt der Tod einfach nicht.“ Dieses Tabu aufzubrechen, ist ein Anliegen des Internet-Forums trauernetz.de, bei dem trauernde Menschen begleitet werden. Für Carmen Berger-Zell bedeutet dies, „Menschen zu helfen, den Tod zu begreifen, Trauergefühlen Raum zu verschaffen und Trauernde zu ermutigen, über ihre Erinnerungen zu reden. Dies ist sehr wichtig, um über den Verlust hinwegzukommen.“