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Psychosomatik – wie man Körper und Seele (wieder) in Harmonie bringen kann
Oft werden sie nicht als solche erkannt, obwohl sie zu den häufigsten Beschwerden zählen: Die psychosomatische Krankheiten. Schätzungsweise 20 bis 30 Prozent aller Patienten und Patientinnen einer hausärztlichen Praxis leiden mittlerweile unter so genannten somatoformen Störungen. Diese körperlichen Beschwerden sind durch die Psyche verursacht oder beeinflusst. Dazu gehören Herz-Kreislaufbeschwerden, Verdauungsprobleme, Schlaf-, Ess- und auch seelische Störungen. Häufig ist es schwierig, eine psychosomatische Erkrankung direkt als solche zu erkennen. Das zeigte sich auch beim Expertenchat von Lebenshilfe online am 26. April 2005 zum Thema Psychosomatik.
Die meisten Chat-Teilnehmer wollten wissen, ob es bei ihrer individuellen Erkrankung eine psychosomatische Ursache geben könnte. Dies wurde von der Expertin im Chat, Dr. Sonja Schneider, Ärztin für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie an der Charité Berlin, häufig mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet. In diesen Fällen riet die Expertin dazu, nicht bewältigte Konflikte und Stresssituationen zu lösen. Eine rein medikamentöse Behandlung, die nur auf die Symptome abzielt, hält sie für wenig sinnvoll.
Stress und ungelöste Konflikte sind die häufigsten Ursachen
Die psychosomatische Medizin ist keine eigenständige Behandlungsform, sondern ein Teil der klassischen Schulmedizin. Bei der Vorgehensweise wird jedoch der Blick nicht in erster Linie auf die einzelnen Organe und die sie betreffenden Erkrankungen gerichtet. Stattdessen stehen die Persönlichkeit, Psyche und das Lebensumfeld des Patienten im Mittelpunkt der Untersuchung. „Wenn organische Gründe für eine Erkrankung ausgeschlossen werden können, sollte man immer auch an psychosomatische Ursachen denken“, so Dr. Sonja Schneider.
Häufig komme zum Beispiel Stress als mögliche Ursache für die Beschwerden in Frage, etwa bei Migräne, Kopf- und Rückenschmerzen.
Aber auch besondere Lebensereignisse wie der Tod eines nahe stehenden Menschen sowie Schwierigkeiten in der Beziehung oder Unsicherheiten im Job können zu psychosomatischen Beschwerden führen. Dabei seien Stress und starke psychische Belastungen keineswegs nur in ihrer akuten Form als mögliche Ursache zu berücksichtigen: „Stress kann nachwirken. Oft gewöhnt sich der Körper an Stress, der Stoffwechsel passt sich an.“ Lässt dann der Stress irgendwann nach, kann es sein, dass der Stoffwechsel nach wie vor auf Hochtouren läuft und sich die Anspannung in Form von psychosomatischen Beschwerden äußert. Den Patienten selbst ist diese Verbindung zwischen der persönlichen Ebene und den Symptomen oft gar nicht bewusst. Es gilt also, erst einmal die psychosomatischen Ursachen herauszufinden und dann – im zweiten Schritt – diese zu behandeln.
