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aktualisiert am: 25.01.2012

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Mit Organen Leben schenken


Arzt und Krankenschwester mit Patientin

Rund 12.000 schwer kranke Menschen in Deutschland könnten mit einem Spenderorgan ein neues Leben leben. Viele von ihnen müssen lange auf ein neues Organ warten, vielen kann gar nicht geholfen werden. Und das, obwohl bei Umfragen fast 80 Prozent der Gesunden angeben, sie würden im Todesfall Organe spenden.

Fakt ist: Nur 3.508 Patienten konnten 2004 durch eine Transplantation gerettet werden – weil Spender fehlen.


Der Doktor ist heute aufgeräumter Stimmung. „Und sonst“, fragt er nach dem Routinecheck, „alles in Ordnung zuhause und im Job?“ Hannes Lemger denkt einen Moment nach: „Unsere Tochter hat uns erzählt, dass sie jetzt einen Organspenderausweis hat. Wir sollten das wissen. Falls ihr mal etwas passiert, müssen wir den Ärzten die Organentnahme gestatten.“ Er wirkt ratlos.

„Was befürchten Sie?“ fragt Dr. Torsten Blast. Lange Pause. Dann zögernd die Antwort. Er wisse es nicht wirklich. Das ganze Thema - einfach unangenehm. Der Tod sei doch noch Jahre weit weg. Und dann die Berichte in den Medien über Hirntote, die vielleicht noch leben. „Ich weiß überhaupt nicht, was ich davon halten soll!“

Wenig geeignete Spender
„Zunächst einmal kann ich Sie beruhigen“, sagt der Hausarzt. Nur jeder Hunderste der rund 400.000 Menschen, die jährlich in deutschen Krankenhäusern sterben, komme als Spender in Betracht. Das sind die Patienten, die an einem Hirntod sterben. Diejenigen, die einen Unfall mit schweren Kopfverletzungen hatten, einen Hirntumor oder einen Schlaganfall. „Nach einem Hirntod sterben alle Organe nach kurzer Zeit ab, weil das Gehirn den gesamten Stoffwechsel regelt. Nur mit Apparaten können wir Mediziner das Herz-Kreislauf-System noch für eine kurze Zeit aufrechterhalten, bis die gesunden Organe entnommen sind.“

Lemger ist verwundert. Dass so wenig Sterbende Spender sein können, wusste er nicht. „Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Gesunde sich schon früh Gedanken darüber machen und ihre Entscheidung mitteilen“, erwidert der Arzt. Doch nur ein Fünftel der Deutschen besitzt einen Organspende-Ausweis, mit dem sie eindeutig ihre Haltung dokumentieren. Und Organe dürfen nur dann entnommen werden, wenn der Wille des Spenders klar ist. „Und dann sind am Ende wieder die Angehörigen unsicher, wie sie entscheiden sollen oder lehnen sogar eine Organentnahme ab.“

Spende ohne Altersgrenze
„Dann hat unsere Tochter ja genau das Richtige getan.“ Der 50-jährige Lemger klingt fast ein bisschen stolz. „Aber so ein alter Sack wie ich kommt doch dafür nicht mehr in Frage, oder, Herr Doktor?“ Dr. Blast erzählt von einem 90-jährigen, dessen Niere und ein Teil der Leber erfolgreich implantiert werden konnte. Allein das biologische Alter sei entscheidend. „Das können aber nur die Ärzte kurz vor der Organentnahme entscheiden.“

Noch zwei Fragen interessieren den Familienvater: „Kann man den Hirntod eindeutig feststellen, und kann man sich von seinem Verstorbenen in Würde verabschieden?“ Der Hausarzt nickt. „Natürlich. Zwei Ärzte, die nichts mit der Transplantation zu tun haben, überprüfen mit mehreren Untersuchungen den Hirntod. Dann ist jeder Zweifel ausgeschlossen.“ Und auch der Abschied sei selbstverständlich. „Wurden das Organ oder die Organe entnommen, wird der Bauch genau wie bei Lebenden zugenäht. Sie können mit ihrem Toten ein letztes Mal zusammen sein wie mit jedem anderen.“

Das steht in Ihrem Spenderausweis:

  • JA, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden.
  • JA, ich gestatte dies, mit Ausnahme folgender Organe / Gewebe:
  • JA, ich gestatte dies, jedoch nur für folgende Organe / Gewebe:
  • NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben.
  • Über JA oder NEIN soll dann folgende Person entscheiden:

Sie erhalten den Ausweis kostenlos in Arztpraxen und Apotheken, oder zum Downloaden unter der Adresse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.organspende-kampagne.de bzw. der Deutschen Stiftung Organtransplantation www.dso.de.