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Gewitter im Kopf
Migräne kommt plötzlich, in Attacken und kehrt periodisch wieder, über Jahre oder Jahrzehnte. Die Auslöser der Krankheit sind von Mensch zu Mensch verschieden.
Mit Flimmern und Lichtblitzen im Auge geht es los. 30 bis 60 Minuten später beginnt der Schmerz. Er hämmert, pocht, quält. Dann kann Gerd Heinrich Tageslicht kaum mehr ertragen und ihm ist „speiübel.“ Wenn der 37-jährige Stress in der Arbeit hat, kommt die Migräne. Nicht mitten in der Anspannung, „sondern am Wochenende, wenn ich beginne mich zu entspannen.“
Mehr als acht Millionen Menschen Ieiden in Deutschland an Migräne, etwa 14 Prozent aller Frauen und 8 Prozent aller Männer. Die Medizin unterscheidet zwei Formen der Krankheit. Die klassische Migräne („Migräne mit Aura“) kündigt sich an: mit Sehstörungen, Sprachproblemen, Benommenheit, Kribbeln in den Armen und Beinen usw. Die Mehrheit der Erkrankten - zwischen 80 und 90 Prozent – hat jedoch die „einfache Migräne“ ohne Aura.
Wiederkehrende Attacken
Typisch für die Krankheit sind pulsierende, pochende, hämmernde oder stechende Schmerzen, die bei zwei Dritteln der Patienten einseitig auftreten. Der Schmerz ist häufig so stark, dass er alle Aktivitäten behindert oder unmöglich macht. Nach einer Studie der Migräne-Liga e.V. sind zwei Drittel der Migränekranken einen Tag im Monat arbeitsunfähig.
Häufig beginnen die Attacken morgens und dauern zwischen 4 bis 72 Stunden. Körperliche Belastungen verstärken die Schmerzen. Während des Migräneanfalls sind viele Menschen licht-, lärm- und geruchsempfindlich, haben keinen Appetit, ihnen ist übel und sie müssen sich erbrechen.
Migräne ist hartnäckig. Sie tritt im Durchschnitt an drei Tagen im Monat auf und kehrt periodisch wieder. Viele Menschen leiden über Jahrzehnte an der Erkrankung.
Die Ursachen des Schmerzes sind bis heute nicht geklärt. Eine aktuelle Theorie ist die der „neurogenen Entzündung“. Erhöhte Nervenaktivitäten bei Migränekranken führen zu Entzündungen an den Blutgefäßen im Kopf - mit jedem Pulsschlag werden Schmerzsignale an das Gehirn gesandt.
Jeder hat seine eigene Migräne
Dauer, Verlauf, Stärke, Begleitsymptome und Auslöser der Migräne sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Zu den Auslösern der Attacken, den sogenannten „Triggern“ zählen Stress, Belastungssituationen und Ängste aber auch körperliche Anstrengungen, Lärm oder starke Lichtreize.
Auch eine unregelmäßige Lebensweise löst die Beschwerden aus: Ein schneller Wechsel zwischen Stress und Ruhe, zu wenig Schlaf oder das Ausschlafen am Wochenende oder das Auslassen von Mahlzeiten. Bei manchen Patienten sind Schwankungen im Koffeinspiegel, Rotwein, bestimmte Käsesorten, Schokolade oder Nüsse Migräne-„Trigger“. Bei Frauen kann die Migräne mit der Regelblutung kommen – ausgelöst durch Hormonschwankungen.
