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aktualisiert am: 25.01.2012

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Bei Asthma: Ausatmen!


Kind, dass an einem Strauß Blumen riecht

Wenn wir einatmen, strömt die Luft durch die Luftröhre und deren Verästelungen in die Lunge. Die Äste, die von der Luftröhre abzweigen, heißen Bronchien – und spielen eine entscheidende Rolle beim Asthma. Normalerweise merken wir gar nicht, dass wir atmen. Es geht wie von selbst. Mit der Luft nehmen wir Millionen kleinster Fremdkörper auf. Die meisten sind unschädlich. Nur wenn Viren oder Bakterien eingeatmet werden, schreitet das Immunsystem ein. Es identifiziert Gefahrenstoffen und produziert Antikörper. Dabei kommt eine ausgeklügelte Kettenreaktion in Gang, die schließlich eine örtliche Entzündung bewirken kann.



Ein Teufelskreis
Das Alarmsystem eines Asthmatikers hört die Flöhe husten. Es unterscheidet nicht genau genug zwischen gefährlichen und ungefährlichen Eindringlingen, und reagiert überempfindlich. Die Schleimhäute der Bronchien schwellen an, produzieren Schleim, entzünden sich. Die Bronchien verkrampfen sich, und sie werden enger. Und so entstehen die charakteristische Atemnot und Kurzatmigkeit, auf griechisch „Asthma“. Die Betroffenen haben dabei das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Die verbrauchte Luft kann schlecht aus den verengten und verschleimten Bronchien ausströmen. Und so kann auch wenig frische Luft einziehen. Angst und Panik tragen dazu bei, dass sich die Atmung weiter verschlechtert. So entsteht ein Teufelskreis. Die eigentliche Gefahr beim Asthmaanfall ist der Sauerstoffmangel.

Es gibt eine Vielzahl individuell verschiedener Auslöser für die Entzündung in den Bronchien, man nennt sie „Trigger“. Trigger sind Stoffe oder Situationen, die normalerweise ungefährlich sind. Dazu gehören Blütenpollen, Hausstaub, Katzenhaare, kalte Luft, Nahrungsmittel, Anstrengung oder Stress.

Langfristige Behandlung
Asthmatiker müssen lernen, Ruhe zu bewahren und ihren Atem gezielt zu steuern. Dafür gibt es spezielle Techniken wie den „Kutschersitz“ und die „Lippenbremse“. Lungenfachärzte und Rehakliniken bieten spezielle Asthmaschulungen an, in denen u.a. solche Techniken gelehrt werden. Asthma ist eine chronische, das heißt lang andauernde bzw. lebenslang bestehende Erkrankung.
Asthmatiker bekommen in der Regel Medikamente, die bei einem Anfall unverzüglich wirken. Sie stellen die Bronchien weit und lindern sofort die Beschwerden. Doch die Entzündung der Schleimhäute, das eigentliche Problem, ist damit nicht behoben.

Spezialisten wie Prof. Dr. Johann-Christian Virchow von der Universitätsklinik Rostock warnen davor, nur im akuten Fall Medikamente zu geben. Die Entzündung in den Atemwegen zu therapieren, so sagt er, sei die einzige Möglichkeit, dauerhaft Besserung zu erzielen, und eben langwierig. Viele Asthmatiker durchkreuzen das Therapiekonzept von sich aus: sie setzen ihre Medikamente ab, weil sie den Eindruck haben, es gehe ihnen bereits besser. Doch die chronische Entzündung in den Bronchien wird sich garantiert wieder melden, wenn die Behandlung nicht langfristig angelegt ist.

Mündige Patienten
Dabei kommt es stark darauf an, dass Asthmapatienten die Ursachen und auslösenden Faktoren ihrer Krankheit gut kennen. Die BAHN-BKK arbeitet derzeit an einem strukturierten Behandlungsprogramm für Asthmatiker. In enger Zusammenarbeit mit Spezialisten und dem Hausarzt können Patientinnen und Patienten künftig die Therapie unter Anleitung gezielt unterstützen. Sie können zum Beispiel:

  • den aktuellen Grad der Atemwegsverengung messen
  • Beschwerden selbstständig einschätzen
  • Medikamente selbstständig handhaben
  • Faktoren und Situationen (Trigger) kennen und vermeiden, die Anfülle auslösen
  • den Selbstbehandlungsplan für Notfälle erstellen.

BAHN-BKK Kunden können sich bei InfoMedicus beraten lassen. Das Fachpersonal der Gesundheitshotline der BAHN-BKK informiert Sie gern.

Checkliste: Sind Sie Asthma-gefährdet?
  • Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten (Wandern, Gartenarbeit, Einkaufstaschen tragen), weil sie Ihnen schwer fallen und Husten auslösen?
  • Machen Sie gelegentlich rasselnde oder pfeifende Geräusche beim Atmen?
  • Bekommen Sie schlecht Luft, wenn Sie sich zur Blütezeit draußen aufhalten, Tiere streicheln, Betten machen?
  • Wachen Sie manchmal nachts auf und bekommen schlecht Luft?
  • Müssen Sie husten, wenn Sie Nikotin, Teer, Abgase oder kalte Luft einatmen?
  • Fühlen Sie gelegentlich eine Enge in der Brust?
Wenn Sie mehr als eine Frage mit „Ja“ beantworten müssen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.