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Darmkrebs: Fast 100-prozentige Heilungschancen bei frühzeitiger Erkennung
In Deutschland erkranken jedes Jahr ungefähr 66.000 Menschen neu an Darmkrebs und 29.000 sterben daran. Damit ist Darmkrebs hierzulande die häufigste Krebsneuerkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache. Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Lebensalter zu. Aber auch schon junge Menschen können ein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben, wenn in deren Verwandtschaft bereits Fälle von Darmkrebs aufgetreten sind. Neben den genetischen Faktoren sind es insbesondere die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die eine Entstehung von Darmkrebs begünstigen können. Gezielte Prävention setzt daher auch bei diesen Faktoren an.
Die wichtigsten Risikofaktoren
Familiäres, genetisches Risiko
Bei rund einem Drittel aller Darmkrebsfälle liegt eine erbliche Veranlagung vor. Menschen, die Darmkrebsfälle in der Verwandtschaft haben, sollten bereits in jüngeren Jahren an der Darmkrebsvorsorge teilnehmen.
Alter
Ab dem fünften Lebensjahrzehnt nimmt das Darmkrebsrisiko zu. Ab diesem Alter sollte man grundsätzlich die Darmkrebsfrüherkennung, die von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert wird, wahrnehmen.
Falsche Ernährung
Das Risiko für eine Darmkrebserkrankung lässt sich durch richtige Ernährung und einen gesunden Lebensstil beeinflussen. Die Felix Burda Stiftung, die vor wenigen Jahren eine große Gesundheitsaufklärungskampagne zum Thema Darmkrebs ins Leben gerufen hatte, empfiehlt eine ausgewogene, vollwertige Ernährung, die ein optimales Zusammenspiel aller Nährstoffe bietet.
- Mehr Ballaststoffe, Mineralstoffe und Flüssigkeit: Besonders wichtig für die Darmgesundheit ist eine ballaststoffreiche Ernährung (z.B. Getreide, Obst, Gemüse).
- Weniger Fett und Fleisch: Kalorienreiche, fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel sollten weitgehend gemieden werden, da sie zu Übergewicht und damit häufig zu ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen führen. Auch der häufige Verzehr von sogenanntem roten Fleisch, d.h. Fleisch vom Rind, Schwein, Schaf oder Wild erhöht die Darmkrebsgefahr. Der EPIC-Studie zufolge erhöht sich bei Menschen, die sich besonders viel von Fastfood und Hamburgern ernähren, das Darmkrebsrisiko um 50 %. Der Verzehr von Fisch und Geflügel hingegen verringern das Risiko von Darmkrebs.
- Schadstoffe durch Lagerung, Erzeugung und Zubereitung: Schimmerpilze sind eindeutig krebserregend. Aber auch das Pökeln von Fleisch und Wurst, Grillen (vor allem Holzkohlengrill) und Braten sowie das Erhitzen von Backwaren erzeugt krebsauslösende Schadstoffe.
Alkohol
Ein hoher Alkoholgenuss begünstigt die Darmkrebsentstehung. Das Risiko steigt bereits ab 20-30 g pro Tag für Männer, ab 10-15 g für Frauen. (Zum Vergleich: 1 Glas Wein enthält 20 g).
Mangelnde Bewegung
Körperliche Aktivität zählt zu den einfachsten und wichtigsten „Mitteln“ um gesund zu bleiben. Mangelnde Bewegung scheint das Darmkrebsrisiko um ca. 10 % zu erhöhen.
Rauchen
Raucher haben ein doppelt so häufiges Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken als Nichtraucher (siehe EPIC-Studie).
Darmpolypen
Menschen, bei denen Darmpolypen entdeckt wurden, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, da Darmpolypen im Laufe der Zeit zu Darmkrebs entarten können.
