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Von der alltäglichen zur inneren Ordnung - Rituale
Wichtige Rituale und deren Bedeutung
Übergangsrituale
Strukturieren unseren Lebenszyklus und die Zeit, sie markieren wichtige Ereignisse, geben uns Beistand. Ihre Symbole beschreiben Identitäts- und Rollenveränderungen und Herausforderungen eines neuen Lebensabschnitts (z.B. Geburt, Pubertät, Examen, Tod). Die Hochzeit z.B. ist vor allem darauf gerichtet, den Wechsel vom Einzeldasein zur Zweiergemeinschaft zu symbolisieren sowie die gesellschaftliche Stellung des Paares und den Glauben an eine gemeinsame Zukunft hervorzuheben.
Alltagsrituale
Schaffen Ordnung, geben Sicherheit, Ruhe und Kraft, sie dienen gewissermaßen als Psychoprophylaxe. Begrüßungs- und Abschiedsrituale z.B. sind sekundenkurze, intensive und prüfende Momente. Freundliche Begrüßungsgesten haben stabilisierende Funktion, wenn sie fehlen, ist die Verunsicherung groß. Das gemeinsame Abendessen stellt soziale Zugehörigkeit und Identität fest.
Kulturelle und religiöse Rituale
Kulturelle oder religiöse Feiertage sichern den Status des Menschen in der Gemeinschaft und verdeutlichen seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Sie sind Formen der Alltagsbewältigung, mit denen wir - wiederholt und regelmäßig gepflegt - unsere Existenz sichern.
Individuelle Rituale
Geburts-, Jahres- oder Todestage kennzeichnen Höhepunkte und Wendepunkte im Leben und drücken Wertschätzung, Dankbarkeit und Freude aus. Hierzu gehören auch alle persönlichen Inszenierungen von Ereignissen, die aus der Routine des Alltags herausgelöst und dadurch bedeutsam gemacht werden sollen.
Kraft tanken durch persönliche Rituale
Rituale der Selbstverwöhnung geben Kraft
Gönnen Sie sich Rituale der Selbstverwöhnung, wie z.B. eine halbe Stunde täglich, in der Sie nur das machen, was ihnen Spaß macht. Wie wär’s mal wieder mit einem Sonntagsfrühstück im Bett, dem wöchentlichen Gang in die Sauna? Erinnern Sie sich wie befreiend es sein kann, mit dem Putzlumpen durch die Wohnung zu fegen oder durch den Park zu joggen? All diese Rituale helfen, inne zu halten, sich auf sich selbst zu besinnen und kreativ über die Eindrücke des Tages nachzudenken.
Partnerrituale stärken die Beziehung
Ein kleiner Liebesbrief im Handschuhfach, der Kuss zum Abschied, ein Kompliment fürs gelungene Essen, kuschelnd Krimis anschauen, Arm in Arm spazieren gehen, gemeinsam in die Wanne springen, über Gott und die Welt reden, sich an die Zeit der ersten Verliebtheit erinnern, eine blöde Bemerkung mal übersehen, die entscheidende Frage am Abend: Wie war dein Tag? All diese Gesten sind Rituale der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts. Glückliche Paare verhandeln viel, um den gemeinsamen Stress zu bewältigen und schaffen sich dadurch wieder Platz für Romantik. Regelmäßige Rituale erzeugen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und festigen die Beziehung.
Gesunde Rituale für gute Laune am Arbeitsplatz
Gerade am Arbeitsplatz können kleine Rituale viel bewirken. Kleine Entspannungspausen zwischendurch, ein Gespräch mit den Kollegen auf dem Flur, die Treppe nehmen statt den Fahrstuhl, regelmäßige Dehnungs- und Streckübungen, die Tasse Kaffee, während der Rechner hochfährt, zehnminütiges Dösen in der Mittagspause. All diese Gewohnheiten bieten Momente der Entspannung und der Einkehr. Sie helfen, für eine Weile den Alltag auszublenden und neue Kraft zu tanken.
Familienrituale für Kinder unerlässlich
Verschiedene Studien belegen, dass Kinder durch die Wiederholung vertrauter und verlässlicher Abläufe, mehr Vertrauen in sich und andere, Kraft und Zuversicht gewinnen und gesünder sind. Gemeinsames Essen, regelmäßige Ausflüge, Geburtstags- und Familienfeiern, gemeinsame Spiel- und Lernzeiten, Unterhaltungen über das Erlebte, feste Bettzeiten, die Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen und andere Alltagsrituale vermitteln Kindern Geborgenheit und das Gefühl, geliebt und anerkannt zu werden.
