Kamille

Haus- und Naturheilmittel

Was Oma noch wusste

Viele Unpässlichkeiten und „Wehwehchen“ begleiten unseren Alltag. Nicht wegen jeder Kleinigkeit ist der Gang zum Arzt notwendig, gibt es doch eine ganze Reihe von Hausmitteln, die hilfreich sein können. Hier finden Sie einen Leitfaden für die Anwendung von Haus- und Naturheilmitteln. Das Prinzip „Hilfe durch Selbsthilfe“ ist allerdings nur bei leichteren Erkrankungen zu empfehlen. Sollten Beschwerden länger anhalten, ist der Besuch beim Arzt unumgänglich.

Bewährte Hausmittel bei folgenden Beschwerden:

Bluterguss, Verstauchung, Prellungen

Ursachen: Ein Bluterguss kommt zustande, wenn durch äußere Einflüsse unter der Haut einzelne Blutgefäße reißen und sich dort Blut sammelt. Verstauchungen treten zumeist an Gelenken auf, wenn diese umgeknickt, gedehnt oder gezerrt werden. Prellungen entstehen durch Gewalteinwirkung wie Stöße oder Schläge. In all diesen Fällen kommt es zu Schwellungen.

Selbsthilfe: Das betroffene Gelenk wird hochgelegt. Kalte Umschläge kühlen und lassen die Schwellung zurückgehen. Bevor das Gelenk wieder belastet wird, sollte eine elastische Binde zur Stabilisierung angewendet werden. Als Naturheilmittel bieten sich Arnika- und Hamamelissalben an.

Durchfall

Ursache: Zu Durchfall kommt es, wenn der Darm nicht mehr die Fähigkeit hat, den flüssigen Darminhalt zu halten. Verdorbene oder unbekömmliche Speisen können diese Störungen ebenso auslösen wie Krankheitskeime mit ihren Giften. Auch psychische Belastungen wie Angst und Erregung können dazu führen.

Selbsthilfe: Da es bei Durchfall zu Flüssigkeitsverlusten kommt, sollte man viel Flüssigkeit (ungesüßte Tees oder Mineralwasser ohne Kohlensäure) zu sich nehmen. Um die Flüssigkeit im Darm wieder zu binden, bieten sich Karotten, saure Äpfel mit Schale, zerdrückte Bananen und Kohletabletten an. Aus der Naturapotheke empfehlen sich Eichenrinde, Heidelbeere, Pfefferminze, Salbei und Schöllkraut – aufgebrüht als Tee.

Erbrechen

Ursache: Störungen im Magen-Darm-Bereich und Übelkeit während einer Seefahrt, eines Fluges oder einer Autofahrt können ebenso Erbrechen bewirken wie die ersten Wochen einer Schwangerschaft oder auch psychische Leiden. In einer Art Befreiungsreaktion wehrt sich unser Magen gegen verdorbene oder unverträgliche Speisen. Auch starke Schmerzen, zum Beispiel eine Nierenkolik, können dazu führen, dass sich die Richtung der Verdauung umkehrt.

Selbsthilfe: In jedem Fall sollte der Brechreiz nicht unterdrückt werden. Schließlich wehrt sich der Magen zumeist gegen unverträgliche Speisen. Bei häufigem Erbrechen kommt es in unserem Körper zu Salzverlust. Das kann sogar zu einem anhaltenden Salzverlusterbrechen führen. Wichtig ist also, dieses Defizit auszugleichen. Dazu eignet sich stark gesalzener Haferschleim.

Auch ein enormer Flüssigkeitsverlust wird durch Erbrechen hervorgerufen. Hier sollte warmer Tee schluckweise getrunken werden. Aus der Naturapotheke eignen sich Tees aus Pfefferminze oder auch Kamille. Auf Essen sollte zunächst verzichtet werden. Lediglich Haferschleim oder Zwieback können dem gereizten Magen zugemutet werden.

Erkältungen

Ursache: Bei Erkältungen handelt es sich meist um grippale Infekte, bei denen Viren unseren Stoffwechsel stören. Das führt zu Halsschmerzen, Husten und Schnupfen. Die Übertragung dieser Viren erfolgt durch die Tröpfchen-Infektion beim Husten, Niesen, Sprechen etc. (Eine echte Grippe, die Influenza, ist immer ein Fall für den Arzt!)

Selbsthilfe: Vorbeugend kann unser Körper abgehärtet werden. Wechselduschen und Saunagänge bieten sich hier an. Im Winter dürfen die Wohn- und Schlafräume nicht überheizt sein und die Luftfeuchtigkeit sollte rund 60 Prozent betragen. Vitaminreiche Kost ist ebenso hilfreich.

Ist es zu einer Erkältung gekommen, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die die Viren unschädlich machen können und unseren Körper stärken. Kamillendampfbäder und heiße Tees aus Lindenblüten oder Fenchel helfen ebenso wie Schwitzkuren, die allerdings nur bei stabilem Kreislauf angewandt werden sollten. Weitere Heilkräuter gegen Erkältungen sind Heublumen, Quendel, Sanddorn und Sonnenhut; auch Honig hat sich als Naturheilmittel gegen Erkältung bewährt.

Fieber

Ursache: Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf die Gifte von Bakterien und Viren. Oft ist es das erste Anzeichen einer sich anbahnenden Erkrankung. Wenn Fieber mit Benommenheit und Schwindelgefühlen einhergeht, wenn es bei Neugeborenen und Säuglingen im Alter bis zu einem Jahr oder bei alten und schwachen Menschen auftritt, wenn die Temperatur selbst nach drei Tagen nicht unter 38°C sinkt, wenn gleichzeitig starke Schmerzen auftreten oder das Fieber direkt nach der Rückkehr von einer Fernreise auftritt, sollte man sofort den Arzt hinzuziehen.

Selbsthilfe: Bettruhe ist hier oberstes Gebot. Steigt das Fieber so hoch, dass auch der Herzschlag schneller wird, empfehlen sich feuchtkalte Wadenwickel, die für ein rasches Sinken der Temperatur sorgen. Der durch Schwitzen hervorgerufene Flüssigkeitsverlust muss mit Tee ausgeglichen werden.

Heiserkeit

Ursache: Zu Heiserkeit kommt es, wenn sich die Schleimhäute von Kehlkopf, Stimmbändern, Stimmritze und Rachenraum bei einer Erkältung entzünden und anschwellen. Heiserkeit ohne Erkältung ist ein Fall für den Arzt.

Selbsthilfe: Zunächst wenig sprechen und durch die Nase atmen. Bewährte Hausmittel sind Gurgeln mit Salzwasser oder einem Kamillenaufguss. Zusätzlich sollten Malz- oder Eukalyptusbonbons gelutscht werden. Feuchtheiße Halsumschläge können hilfreich sein.

Hexenschuss

Ursache: Hexenschuss ist ein blitzartig auftretender Rückenschmerz im Bereich von Kreuz- oder Lendengegend. Überbelastung, falsche Bewegungen, Zugluft oder auch Kälteeinfluss sind ebenso als Ursache zu nennen wie bereits vorliegende Wirbel- und Bandscheibenschäden. Beim Hexenschuss kommt es zu einer Verkrampfung und Verhärtung der Rückenmuskulatur. Wegen der dabei auftretenden starken Schmerzen geht es dem Patienten in erster Linie um eine schnelle Linderung. Schmerzmittel sind deshalb meist nicht entbehrlich.

Selbsthilfe: Ein stabiles Muskelkorsett ist die beste Vorsorge gegen Hexenschuss. Wichtigste Therapie ist die Wärmeanwendung (wirkt entkrampfend) mit einem ABC-Pflaster, Heizkissen, Infrarotbestrahlung, einem heißen Bad mit Heublumenzusatz oder Wärme erzeugenden Einreibmitteln. Auch Senfmehl in Wickeln oder das „Peitschen“ mit Brennnesseln soll helfen. Bei länger andauernden Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden.

Muskelkater

Ursache: Muskelkater ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinn. Er deutet uns an, dass die Muskulatur mehr Training gebrauchen könnte. Zu Muskelkater kommt es durch erhöhten Energieverbrauch im Muskel, was zu einer verstärkten Produktion von Milchsäure führt. Neuerdings werden als Ursache auch mikroskopisch feine Risse in der Muskulatur diskutiert.

Selbsthilfe: Muskelkater lässt sich am besten durch körperliche Aktivität bekämpfen. Zusätzlich sind heiße Dusch- oder Vollbäder sowie Massagen empfehlenswert. Getrocknete Aprikosen oder Bananen helfen vorbeugend, weil sie über einen hohen Kaliumanteil verfügen.

Nasenbluten

Ursache: Nasenbluten ist fast immer harmlos. Da die Blutgefäße beidseitig der Nasenscheidewand unmittelbar unter der Schleimhaut liegen, kommt es hier schnell zu Verletzungen. Bereits starke Kälte, trockene Luft oder Erkältungen können zu Nasenbluten führen. Aber auch erhöhter Blutdruck und Bluterkrankungen oder ein Mangel an Vitamin C und K können Nasenbluten verursachen. Tritt es häufig auf, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Selbsthilfe: Bei Nasenbluten sollte man sich aufrecht hinsetzen und ein kaltes, feuchtes Tuch in den Nacken legen. Gelegentlich hilft es auch, beide Nasenflügel mit den Fingern fest zusammenzudrücken, um damit die Blutgefäße zu komprimieren. Zur schnelleren Heilung der verletzten Nasenschleimhaut hilft eine milde Nasensalbe.

Platz- und Schürfwunden

Ursache: Platz- und Schürfwunden sind äußere Verletzungen. Bei Schürfwunden ist nur die Hautoberfläche betroffen, während sich Platzwunden auch auf die Unterhaut und auf das tief liegende Fettgewebe erstrecken können. Ist kein Tetanusschutz mehr gewährleistet, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn eine Wunde nicht gut abheilt oder zu eitern beginnt, ist von weiterer Selbsthilfe abzuraten.

Selbsthilfe: Wegen drohender Infektionsgefahr ist in jedem Fall auf Sauberkeit zu achten. Bei leichten Blutungen genügt zumeist ein steriler Verband. Ist die Blutung stärker, sollte ein Druckverband angelegt werden. Völlig unangebracht ist es, einen Körperteil abzubinden, um die Blutung zu stillen. Bei Platzwunden an der Kopfhaut sollte sich der Betroffene nicht hinlegen, sondern hinsetzen, da die Kopfschwarte sehr gut durchblutet ist. Schürfwunden müssen in jedem Fall zunächst gesäubert werden. Hierzu bieten sich physiologische Kochsalzlösungen an.

Schlafstörungen

Ursache: Störungen sowohl beim Einschlafen als auch beim Durchschlafen können unterschiedliche Ursachen haben. Das beginnt bereits mit einem ungünstigen Schlafmilieu. Ein überheiztes Schlafzimmer, zu viel Lärm, ein unruhiger Partner im Nebenbett oder auch einfach ein schlechtes Bett können zu Schlafstörungen führen. Schmerzen oder auch Verdauungsstörungen sind ebenso als Ursachen zu nennen wie psychische Belastungen.

Selbsthilfe: Bevor man zu Medikamenten greift, gibt es einige Möglichkeiten, Schlafstörungen zu beseitigen. Bewegung, wie ein kleiner Spaziergang vor der Nachtruhe, kann ebenso helfen wie eine gelungene Entspannung am Feierabend durch Hobbys oder auch Geselligkeit. Alkohol ist eindeutig die falsche „Schlaftablette“. Auch ein abendliches Bad kann als Hilfsmittel dienen. Die Wärme wirkt entspannend und beruhigend. Aus der Naturapotheke stehen zur Behebung von Schlafstörungen Tees aus Pfefferminze und Kamille zur Verfügung. Als Tropfen gibt es Baldrian, Hopfen oder auch die Passionsblume.

Verstopfung

Ursache: Zwei Hauptursachen gibt es für Verstopfungen. Da ist zunächst eine falsch zusammengesetzte Nahrung, die eine regelmäßige Ausscheidung hemmt. Aber auch wenn die Beweglichkeit des Darms eingeschränkt ist, kommt es zur Verstopfung.

Daneben können auch psychische Faktoren diese Verdauungsstörungen hervorrufen oder begünstigen. Selbsthilfe: Die beste Prophylaxe gegen Verstopfung ist eine geeignete Ernährung. Zumeist mangelt es an Ballaststoffen, die in Schwarzbrot, Rohkost und Obst zu finden sind. Auch sollte man vor allem in der warmen Jahreszeit ausreichend trinken.

Selbsthilfe: Abführmittel können nur die absolute Ausnahme sein, da der Körper sich schnell daran gewöhnt und der Darm dann auf diese Hilfsmittel angewiesen sein wird. Stattdessen sollte man für reichlich Bewegung sorgen. Als bewährtes Hausmittel hat sich Dörrobst erwiesen. Es wird abends in Wasser eingeweicht, die Flüssigkeit morgens getrunken. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, abends einen Löffel Speise- oder Feigenöl zu trinken.

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