Mann mit Kopfschmerzen

Kopfschmerzen und Migräne

Worin liegt der Unterschied?

Migräne ist eine besondere Kopfschmerzerkrankung. Bei der Migräne bestehen neben den häufig pulsierenden Kopfschmerzen, die meist einseitig ausgeprägt sind, noch Begleitsymptome wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit. Kopfschmerzen bei Migräne dauern meist zwischen einem halben und drei Tagen an. Typischerweise nehmen die Kopfschmerzen bei körperlicher Anstrengung zu und es besteht ein Ruhe- und Rückzugsbedürfnis.

Beim Kopfschmerz vom Spannungstyp (Spannungskopfschmerz) besteht ein dumpf drückender Kopfschmerz, die Intensität ist niedriger als bei der Migräne. Die Kopfschmerzen haben in der Regel keine Begleitsymptome und bessern sich durch körperliche Aktivität, beispielsweise durch einen Spaziergang.

Die häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen

Der Kopfschmerz vom Spannungstyp und die Migräne als die häufigsten Kopfschmerzen haben keine erkennbaren Ursachen – es handelt sich um primäre Kopfschmerzerkrankungen. Häufig besteht bei der Migräne eine genetische Belastung, es gibt also weitere betroffene Familienmitglieder. Sekundäre Kopfschmerzen sind Folge anderer Erkrankungen, beispielsweise Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen bei einem grippalen Infekt. Der häufigste sekundäre Kopfschmerz ist der Katerkopfschmerz nach dem Konsum von Alkohol.
 
Was sollte man im Falle einer plötzlichen Kopfschmerz-Attacke zunächst tun?
Kennt der Betroffene die Kopfschmerzen bereits („meine Migräne“) ist eine frühzeitige und hochdosierte Einnahme eines Schmerzmittels oder von Triptan sinnvoll. Treten erstmals sehr plötzlich starke Kopfschmerzen auf, die der Betroffene so nicht kennt, sollte eine rasche Vorstellung beim Arzt erfolgen, um gefährliche und behandlungsbedürftige Ursachen der Kopfschmerzen nicht zu übersehen.
 
Ist es eine gute Idee, Kopfschmerzen regelmäßig mit Tabletten zu bekämpfen?
Treten Kopfschmerzen, insbesondere eine Migräne, sehr häufig auf, kann eine Einnahme von Schmerzmitteln oder Triptanen an zehn oder mehr Tagen im Monat die weitere Zunahme der Anfallshäufigkeit eher begünstigen. Man spricht dann von einem Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Hier sollten besser vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Wirksam sind regelmäßig Entspannungsverfahren, Ausdauersport aber auch eine medikamentöse Behandlung zur Reduktion der Kopfschmerzhäufigkeit, also Prophylaxe.
   
Wann sollte man sich Hilfe von außen holen?
Wenn Kopfschmerzen neu auftreten, sich mit bisherigen Strategien nicht behandeln lassen und immer mehr Schmerzmittel oder Triptane benötigt werden, sollte durch einen Arzt eine Kopfschmerzdiagnose gestellt und eine gezielte Behandlung begonnen werden. Ist die Lebensqualität massiv beeinträchtigt und leidet auch die Stimmung, können auch psychologische Behandlungsverfahren oder eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein.