Prof. Dr. med. Gerd Grospietsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention
Prof. Dr. med. Gerd Grospietsch ist der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention (DGNP). In unserem Interview beantwortet er die wichtigsten Fragen zum Thema Prävention. Erfahren Sie hier auf der zweiten Seite, in welchen Lebensabschnitten Prävention besonders wichtig ist.

Ist Prävention etwas für jeden oder ist man irgendwann zu alt?

Man ist nie zu alt und auch nie zu jung für Präventionsmaßnahmen. Ich möchte in diesem Rahmen nicht näher auf altbekannte und bewährte Vorsorgemaßnahmen eingehen wie zum Beispiel Zahnvorsorge, Hautkrebsscreening, Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, die Schwangerenvorsorge oder das Screening auf Darmkrebs, sondern zwei Aspekte beleuchten, die meiner Meinung nach heute noch nicht genügend beachtet werden. Das betrifft die Ungeborenen und die „jungen Alten“.
 
Ungeborene
Das klingt erst einmal komisch und heißt, wie kann man bereits vor einer Schwangerschaft bzw. bei Planung einer Schwangerschaft Prävention betreiben?
Dies betrifft drei Aspekte:
  1. Die Versorgung der potentiellen Schwangeren mit einer adäquaten Ernährung, mit Mikronährstoffen und Vitaminen,
  2. bei bekannten Risikofaktoren das Umstellen der notwendigen Medikamente auf Medikamente die in der Schwangerschaft die dem Kind in der Schwangerschaft nicht schaden
  3. die sogenannte fetale Programmierung

Gesund alt werden
Spannen wir nun einen weiten Bogen ins hohe Alter. Das Thema heißt „gesund alt werden“ durch Bewegung. Wir wissen, dass jenseits des 60. Lebensjahres die Sturzgefahr mit entsprechend schweren Verletzungen stark ansteigt. Gleichzeitig nehmen Gleichgewichtsstörungen dramatisch zu. Beide Probleme lassen sich bis ins hohe Alter durch körperliches Training effektiv verhindern. Dazu gibt es viele wissenschaftliche Untersuchungen, die dies belegen können. Voraussetzung ist ein dem Alter und Trainingszustand angepasstes Trainingsprogramm. Dazu gibt es von Bundesseite über das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) neben vielen anderen Themen auch breite Informationen darüber, was ältere Menschen tun können, um fit zu bleiben und insbesondere um Stürzen durch alters- und gesundheitsentsprechende Bewegungsprogramme und Sport vorzubeugen. Sie beziehen sich dabei auf hoch qualifizierte Studien. Ermutigend ist, dass es beispielsweise auch für Patienten mit Sehschwäche, Herz-Lungen-Erkrankungen oder Osteoporose entsprechende Trainingsangebote gibt.
 
Neben einer ausgewogenen Ernährung spielen mit zunehmenden Alter auch die Supplementierung mit Vitaminen und Mikronährstoffen eine wichtige Rolle. Auch wenn dies von vielen immer wieder angezweifelt wird, gibt es dazu inzwischen genügend eindeutige Belege, dass dies die Gesunderhaltung des Körpers unterstützen kann.


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