Arzt beim Beratungsgespräch per Laptop

Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus

Um die Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie bei Arztbesuchen möglichst klein zu halten, wurden vom GKV-Spitzenverband (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen) viele Sonderreglungen beschlossen. Einige stellen wir Ihnen hier vor.

Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe

Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe sind Dinge, die aktuell im Alltag als Präventionsmittel gegen das Corona-Virus benötigt werden. Die BAHN-BKK darf die Kosten dafür nicht übernehmen, denn diese Hilfsmittel gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, der für alle Krankenkassen bindend ist.

Soweit ein Pflegegrad festgestellt wurde, sind die genannten Produkte Leistungen der Pflegeversicherung und können monatlich bis zu einem Maximalbetrag von in der Regel 40 Euro übernommen werden. Bis zum 31. Dezember 2021 wurde der Maximalbetrag sogar auf 60 Euro monatlich angehoben.

Corona-Test: Wer zahlt in welchen Fällen?

Sie zeigen Symptome, die auf eine Corona-Erkrankung deuten? Dann können Sie bei jedem niedergelassenen Arzt oder jeder niedergelassenen Ärztin einen Corona-Test machen lassen. Die Kosten dafür übernehmen wir. Sie benötigen nur Ihre elektronische Gesundheitskarte.

Wenn Sie keine Symptome zeigen und sich trotzdem testen lassen wollen, dürfen wir die Kosten für den Test grundsätzlich nicht übernehmen. Es gibt dafür eine Ausnahme: wenn die Corona-Warn-App Ihnen empfiehlt, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Wenn Sie ins Krankenhaus, eine Reha-Einrichtung oder Pflegeeinrichtung müssen und diese verlangen vor der Aufnahme einen Test, dann muss die Einrichtung den Test stellen oder er muss vom Gesundheitsamt durchgeführt werden.

Wird ein Test nicht über die elektronische Gesundheitskarte abgerechnet, können die Kosten dafür nicht übernommen bzw. erstattet werden. Das gilt auch für Selbsttests bzw. Bluttests.
 
Schnelltests
Seit dem 11. Oktober 2021 sind die Schnelltest an Teststationen grundsätzlich nicht mehr kostenfrei. Die Kosten müssen von der Testpersonen selbst übernommen werden. Ausnahme: Alle, die keine Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen (zum Beispiel derzeit Kinder unter 12 Jahren) bekommen den Test weiterhin kostenfrei. Die Testungen erfolgen dann unabhängig von der Versicherung.

Eine vollständige Auflistung der Personen, die sich weiterhin kostenfrei testen lassen können, finden Sie auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums

Videosprechstunde von zugelassenen Psychotherapeuten und Vertragsärzten

Ebenfalls vorerst befristet gibt es auch eine Anpassung für alle zugelassenen Psychotherapeuten und Vertragsärzte. Die Videosprechstunde kann in diesem Zeitraum nicht nur bei der psychotherapeutischen Sprechstunde genutzt werden, sondern auch bereits bei probatorischen Sitzungen. Gruppentherapien können in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Wir gehen sogar noch eine Schritt weiter: Alle Psychotherapeuten, die einen Vertrag mit der BAHN-BKK haben, können zusätzlich entscheiden, ob auch eine telefonische Betreuung der Klienten sinnvoll ist. Auf alle genannten Maßnahmen besteht kein Anspruch. Der Psychotherapeut entscheidet für jeden Fall einzeln.

U-Untersuchungen

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Früherkennung für Kinder. Nicht jede Arztpraxis hat noch geöffnet und vielleicht möchten Sie aktuell auch so wenig wie möglich Zeit dort verbringen. Deshalb wurden die festgelegten Intervalle für die U6 (zehnter bis zwölfter Lebensmonat), U7 (21. bis 24. Lebensmonat), U7a (34. bis 36. Lebensmonat), U8 (46. bis 48. Lebensmonat) und U9 (60. bis 64. Lebensmonat) aktuell aufgehoben. Dies gilt auch für unser EXTRA der Kinderuntersuchungen U10 und U11. Sie können später nachgeholt werden. Die Früherkennungsuntersuchungen müssen jedoch nicht verschoben, sie können auch wahrgenommen werden.
 
Die frühen U-Untersuchungen (U2 bis U5) haben ein relativ enges Zeitfenster von wenigen Tagen und Wochen. Hier ist ein Verschieben medizinisch nicht sinnvoll.
 
Diese Regelung gilt vorerst bis 25. Februar 2022.

Ausnahmeregelung Kinderkrankengeld

Im Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungs-Chefs der Länder vom 05. Januar 2021 wurde vereinbart, dass der Anspruch auf Kinderkrankengeld (für Kinder bis 12 Jahre) für das Jahr 2021 wegen der Corona-Pandemie ausgeweitet werden soll. Das Gesetz zur Ausweitung des Kinderkrankengeldes im Kalenderjahr 2021 wurde im Deutschen Bundesrat behandelt und bestätigt.
 
Jedes gesetzlich versicherte Elternteil kann im Kalenderjahr 2021 pro Kind 30 statt 10 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen, insgesamt bei mehreren Kindern maximal 65 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 40 auf 60 Arbeitstage pro Kind, maximal bei mehreren Kindern 130 Arbeitstage.
 
Der Anspruch gilt auch, wenn die Schule oder Kinder-Tagesstätte bzw. die Klasse oder Gruppe wegen der Pandemie geschlossen ist oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt bzw. der Zugang zum Betreuungsangebot eingeschränkt wurde.
 
Das Kinderkrankengeld können Sie rückwirkend ab dem 05. Januar 2021 beantragen. Wir bitten Sie, für jeden in Anspruch genommenen Tag bzw. zusammenhängenden Zeitraum einen Antrag auszufüllen. Bitte schicken Sie uns den Antrag erst dann zu, wenn der genaue Zeitraum der Inanspruchnahme feststeht – also erst dann, wenn Ihr Kind keine Betreuung mehr braucht. 
Da sich das Kinderkrankengeld grundsätzlich nach Ihrem entfallenen Nettoentgelt richtet, können wir es ohnehin erst zahlen, wenn Ihr Arbeitgeber uns die Verdienstbescheinigung des jeweiligen Monats geschickt hat. 

Bitte nutzen Sie für die Beantragung unbedingt das folgende beschreibbare Antragsformular. Die Antragsunterlagen  können Sie ganz einfach in der BAHN-BKK App abfotografieren und an uns schicken.
 
Alternativ senden Sie uns die vollständigen Antragsunterlagen per Post an BAHN-BKK, Engelstraße 55, 48123 Münster.

Falls Sie uns eine Bestätigung der Nicht-Inanspruchnahme von Kita,  Kindertagespflege oder Schule mit dem Antrag zukommen lassen möchten, können Sie die folgende Musterbescheinigung nutzen:

Präventionskurse

Können Sie Ihren begonnenen Präventionskurs aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht fortführen, können Sie den Kurs zu einem späteren Zeitpunkt abschließen. Wenn die Möglichkeit besteht, kann ein begonnener Kurs als Online-Angebot fortgesetzt und abgeschlossen werden. Aus der Teilnahmebescheinigung sollte hervorgehen, wie viele Kurseinheiten auf Grund der Corona-Pandemie nicht stattgefunden haben.

Heilmittelverordnungen

Heilmitteltherapien können vorerst für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Die Maximalfrist zwischen Verordnungsdatum und Therapiebeginn beträgt für ab dem Juli 2020 ausgestellt Verordnung 28 Tage. Die Empfehlung bezieht sich auf sämtliche Heilmittel, die Vertragsärzte verordnen dürfen: Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie, Ernährungstherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie.

Pflegeunterstützungsgeld

Müssen Beschäftigte auf Grund der Corona Pandemie die Pflege oder die Organisation der Pflege naher Angehöriger übernehmen, besteht bei einem Verdienstausfall ein Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld für bis zu 20 Arbeitstage, wenn 

  • der/die Beschäftigte glaubhaft darlegt, dass die Akutsituation pandemiebedingt ist
  • kein anderweitiger Anspruch auf Entgeltersatz besteht
  • die häusliche Pflege nicht anders sichergestellt werden kann

Der Antrag ist bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person zu stellen.
Die Regelung gilt im Zeitraum 23. Mai 2020 – 31. Dezember 2021.

Sie haben Fragen zu Leistungen...... wie z.B. zur Häuslichen Krankenpflege, Hilfsmitteln oder Maßnahmen zur Rehabilitation? Dann rufen Sie uns über unsere kostenfreie Servicenummer 0800 22 46 255 an. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.

Das Team der BAHN-BKK berät Sie gerne. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.