Arzt beim Beratungsgespräch per Laptop

Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus

Um die Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie bei Arztbesuchen möglichst klein zu halten, wurden vom GKV-Spitzenverband (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen) viele Sonderreglungen beschlossen. Einige stellen wir Ihnen hier vor.

Corona-Test: Wer zahlt in welchen Fällen?

Sie zeigen Symptome, die auf eine Corona-Erkrankung deuten? Dann können Sie bei jedem niedergelassenen Arzt oder jeder niedergelassenen Ärztin einen Corona-Test machen lassen. Die Kosten dafür übernehmen wir. Sie benötigen nur Ihre elektronische Gesundheitskarte.

Wenn Sie keine Symptome zeigen und sich trotzdem testen lassen wollen, dürfen wir die Kosten für den Test grundsätzlich nicht übernehmen. Es gibt dafür eine Ausnahme: wenn die Corona-Warn-App Ihnen empfiehlt, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Wenn Sie ins Krankenhaus, eine Reha-Einrichtung oder Pflegeeinrichtung müssen und diese verlangen vor der Aufnahme einen Test, dann muss die Einrichtung den Test stellen oder er muss vom Gesundheitsamt durchgeführt werden.

Wird ein Test nicht über die elektronische Gesundheitskarte abgerechnet, können die Kosten dafür nicht übernommen bzw. erstattet werden. Das gilt auch für Selbsttests bzw. Bluttests.
 
Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2
Diese Testverfahren sind derzeit noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und werden deshalb nicht von den Krankenkassen gezahlt. Sie werden kontrovers diskutiert, weil derzeit kein gut validiertes Verfahren vorliegt. Möglicherweise werden auch nach einer Infektion nicht genügend Antikörper gebildet, um eine Immunität anzunehmen. Es ist aktuell ebenfalls unklar, wie lange die Immunität anhält.
 
Testverfahren durch die Gesundheitsämter
Werden Personen getestet, die keine Symptome zeigen, insbesondere Reihen- und Massentests, dann ist dies Aufgabe der allgemeinen Gesundheitsvorsorge und wird durch die Gesundheitsämter durchgeführt. In der Regel werden in größeren Orten Testzentren aufgebaut. Die Testungen erfolgen unabhängig von der Versicherung.

Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe

Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe sind Dinge, die aktuell im Alltag als Präventionsmittel gegen das Corona-Virus benötigt werden. Die BAHN-BKK darf die Kosten dafür nicht übernehmen, denn diese Hilfsmittel gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, der für alle Krankenkassen bindend ist.

Soweit ein Pflegegrad festgestellt wurde, sind die genannten Produkte Leistungen der Pflegeversicherung und können monatlich bis zu einem Maximalbetrag von in der Regel 40 Euro übernommen werden. Bis zum 30.09.2020 wurde der Maximalbetrag sogar auf 60 Euro monatlich angehoben.

Videosprechstunde von zugelassenen Psychotherapeuten und Vertragsärzten

Ebenfalls vorerst befristet bis Ende September 2020 gibt es auch eine Anpassung für alle zugelassenen Psychotherapeuten und Vertragsärzte. Die Videosprechstunde kann in diesem Zeitraum nicht nur bei der psychotherapeutischen Sprechstunde genutzt werden, sondern auch bereits bei probatorischen Sitzungen. Gruppentherapien können in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Wir gehen sogar noch eine Schritt weiter: Alle Psychotherapeuten, die einen Vertrag mit der BAHN-BKK haben, können zusätzlich entscheiden, ob auch eine telefonische Betreuung der Klienten sinnvoll ist. Auf alle genannten Maßnahmen besteht kein Anspruch. Der Psychotherapeut entscheidet für jeden Fall einzeln.

U-Untersuchungen

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Früherkennung für Kinder. Nicht jede Arztpraxis hat noch geöffnet und vielleicht möchten Sie aktuell auch so wenig wie möglich Zeit dort verbringen. Deshalb wurden die festgelegten Intervalle für die U6 (zehnter bis zwölfter Lebensmonat), U7 (21. bis 24. Lebensmonat), U7a (34. bis 36. Lebensmonat), U8 (46. bis 48. Lebensmonat) und U9 (60. bis 64. Lebensmonat) aktuell aufgehoben. Sie können später nachgeholt werden. Die Früherkennungsuntersuchungen müssen jedoch nicht verschoben, sie können auch wahrgenommen werden.
 
Die frühen U-Untersuchungen (U2 bis U5) haben ein relativ enges Zeitfenster von wenigen Tagen und Wochen. Hier ist ein Verschieben medizinisch nicht sinnvoll.
 
Diese Regelung gilt vorerst bis Ende September 2020.

Präventionskurse

Können Sie Ihren begonnenen Präventionskurs aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht fortführen, können Sie den Kurs zu einem späteren Zeitpunkt abschließen. Wenn die Möglichkeit besteht, kann ein begonnener Kurs als Online-Angebot fortgesetzt und abgeschlossen werden. Aus der Teilnahmebescheinigung sollte hervorgehen, wie viele Kurseinheiten auf Grund der Corona-Pandemie nicht stattgefunden haben.

Heilmittelverordnungen

Heilmitteltherapien können vorerst für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Die Maximalfrist zwischen Verordnungsdatum und Therapiebeginn beträgt für ab dem Juli 2020 ausgestellt Verordnung 28 Tage. Die Empfehlung bezieht sich auf sämtliche Heilmittel, die Vertragsärzte verordnen dürfen: Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie, Ernährungstherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie.
Sie haben Fragen zu Leistungen...... wie z.B. zur Häuslichen Krankenpflege, Hilfsmitteln oder Maßnahmen zur Rehabilitation? Dann rufen Sie uns über unsere kostenfreie Servicenummer 0800 22 46 255 an. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.
Das Team der BAHN-BKK berät Sie gerne. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.