Arzt beim Beratungsgespräch per Laptop

Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus

Um die Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie bei Arztbesuchen möglichst klein zu halten, wurden vom GKV-Spitzenverband (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen) viele Sonderreglungen beschlossen. Einige stellen wir Ihnen hier vor.

AU-Bescheinigungen, Kindkrankbescheinigungen und Folgeverordnungen (Quartalswechsel)
Ärzte dürfen derzeit Patienten nach ausschließlich telefonischer Anamnese für maximal sieben Tage krankschreiben. Bei fortdauernder Erkrankung kann dies einmal verlängert werden. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt. Dies ist auch möglich, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Die Regelung gilt ebenso für die ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes. Die AU-Bescheinigung wird per Post zugesandt. Die Ausnahmeregelung ist zunächst bis 4. Mai befristet.

Folgeverordnungen für Arzneimittel, Krankenbeförderung, häusliche Krankenpflege oder Heilmittel sowie Überweisungen zu anderen Ärzten (z. B. für einen Laborabstrich) können per Post nach Hause geschickt werden. Auch bestimmte Hilfsmittel können so verordnet werden. Es ist nicht nötig, dass Sie zum Einlesen der Krankenversichertenkarte in die Arztpraxis gehen - trotz Quartalswechsel. Bei bekannten Patienten gilt während der Pandemie, zeitlich erst einmal befristet bis zum 30. Juni: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt oder ein Kontakt per Videosprechstunde statt, übernehmen die Arztpraxen die Versichertendaten aus der Patientenkartei.

Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe
Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe sind Dinge, die aktuell im Alltag als Präventionsmittel gegen das Corona-Virus benötigt werden. Die BAHN-BKK darf die Kosten dafür nicht übernehmen, denn diese Hilfsmittel gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, der für alle Krankenkassen bindend ist.

Arzneimittel
Die Möglichkeiten der Apotheken werden bei der Abgabe von Arzneimitteln zunächst befristet bis Ende April 2020 erheblich erweitert. Ist z. B. ein Rabattarzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig, kann bis Ende April 2020 ein austauschbares Arzneimittel abgegeben werden. Dabei muss es sich während der Ausnahmezeit nicht um eines der vier preisgünstigsten austauschbaren Fertigarzneimittel handeln. 

Videosprechstunde von zugelassenen Psychotherapeuten

Ebenfalls vorerst befristet bis Ende Juni 2020 gibt es auch eine Anpassung für alle zugelassenen Psychotherapeuten. Die Videosprechstunde kann in diesem Zeitraum nicht nur bei der psychotherapeutischen Sprechstunde genutzt werden, sondern auch bereits bei probatorischen Sitzungen. Gruppentherapien können in Einzeltherapie umgewandelt werden.

Wir gehen sogar noch eine Schritt weiter: Alle Psychotherapeuten, die einen Vertrag mit der BAHN-BKK haben, können zusätzlich entscheiden, ob auch eine telefonische Betreuung der Klienten sinnvoll ist. Auf alle genannten Maßnahmen besteht kein Anspruch. Der Psychotherapeut entscheidet für jeden Fall einzeln.
 
U-Untersuchungen
Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Früherkennung für Kinder. Nicht jede Arztpraxis hat noch geöffnet und vielleicht möchten Sie aktuell auch so wenig wie möglich Zeit dort verbringen. Deshalb wurden die festgelegten Intervalle für die U6 (zehnter bis zwölfter Lebensmonat), U7 (21. bis 24. Lebensmonat), U7a (34. bis 36. Lebensmonat), U8 (46. bis 48. Lebensmonat) und U9 (60. bis 64. Lebensmonat) aktuell aufgehoben. Sie können später nachgeholt werden. Die Früherkennungsuntersuchungen müssen jedoch nicht verschoben, sie können auch wahrgenommen werden.
 
Die frühen U-Untersuchungen (U2 bis U5) haben ein relativ enges Zeitfenster von wenigen Tagen und Wochen. Hier ist ein Verschieben medizinisch nicht sinnvoll.
 
Diese Regelung gilt vorerst bis Ende September 2020.
 
Mammographie-Screening
Bis zum 30. April 2020 werden keine neuen Einladungen zum Mammographie-Screening versendet. Die bereits vereinbarten Untersuchungstermine entfallen und werden nachgeholt, sobald sich die Lage wieder entspannt hat. Ob bereits vereinbarte Untersuchungstermine entfallen und nachgeholt werden, entscheidet jede Region - je nach Infektionslage dort. Fragen Sie am besten vorab nach.
 
Präventionskurse
Können Sie Ihren begonnenen Präventionskurs aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht fortführen, können Sie den Kurs zu einem späteren Zeitpunkt abschließen. Wenn die Möglichkeit besteht, kann ein begonnener Kurs als Online-Angebot fortgesetzt und abgeschlossen werden. Aus der Teilnahmebescheinigung sollte hervorgehen, wie viele Kurseinheiten auf Grund der Corona-Pandemie nicht stattgefunden haben.
Heilmittelverordnungen
Heilmitteltherapien können vorerst für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Auch die Maximalfrist zwischen Verordnungsdatum und Therapiebeginn wird vorerst aufgehoben. In beiden Fällen behalten ärztliche Verordnungen ihre Gültigkeit. Die Empfehlung bezieht sich auf sämtliche Heilmittel, die Vertragsärzte verordnen dürfen: Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie, Ernährungstherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie.
 
Bestimmte Heilmitteltherapien sind auch als Videobehandlung möglich, wenn sie aus Sicht des Heilmitteltherapeuten stattfinden kann und der Versicherte eingewilligt hat. Heilmittel, bei denen dies möglich ist, sind beispielsweise Krankengymnastik einschließlich Atemtherapie sowie bei allen Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie und Ergotherapie.
Sie haben Fragen zu Leistungen...... wie z.B. zur Häuslichen Krankenpflege, Hilfsmitteln oder Maßnahmen zur Rehabilitation? Dann rufen Sie uns über unsere kostenfreie Servicenummer 0800 22 46 255 an. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.
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