19.12.2018

Expertenchat: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Sie sind berufstätig und stehen jetzt oder in naher Zukunft vor der Aufgabe, einen Angehörigen – Mutter, Vater, Partner/in – zu pflegen? Unsere Expertin berät Sie in unserem Expertenchat am 14. Januar 2019 ab 20.30 Uhr zu Ihren Möglichkeiten und informiert über Unterstützungsangebote.

Die Expertin
Andrea Didszun ist Diplom Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin, Diplom Gerontologin und zertifizierte Wohnberaterin. Seit 2005 ist sie in der Beratung rund um Alter und Pflegebedürftigkeit für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen tätig. Sie ist darüber hinaus  Lehrbeauftrage im Bereich Soziale Arbeit und Soziale Gerontologie.


Vorab-Interview mit der Expertin

Wie kann man sich auf die drohende Hilfs- und Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen vorbereiten?
Günstig ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Hilfs- und Pflegebedürftigkeit, bevor diese eintritt. In der Familie kann ein Gespräch über die Wünsche zur pflegerischen Versorgung sowie der Bereitschaft der Angehörigen, Hilfen zu übernehmen sinnvoll sein. Diese Themen können dann in einer Vorsorgevollmacht ihren Niederschlag finden.
 
Im Pflegefall müssen oft weitreichende Entscheidungen getroffen werden. An wen kann ich mich wenden? 
Lassen Sie sich beraten. Die Pflegekassen bieten ihren Versicherten im Falle einer Pflegebedürftigkeit innerhalb von 14 Tagen eine Pflegeberatung an. Darüber hinaus gibt es die Pflegestützpunkte als kostenfreie und neutrale Beratungsstellen für gesetzlich Versicherte. Privat Versicherte können die Compass Pflegeberatung nutzen.
 
Welche Kriterien sollte man bei der Entscheidung, wo und wie gepflegt wird, zugrunde legen? 
Kriterien zur Organisation der Pflege sind auf der einen Seite die Wünsche der pflegebedürftigen Person selbst und die Bedingungen, die sich im Haus oder der Wohnung ergeben. Auf der anderen Seite steht und fällt die Pflege mit der Übernahme von Hilfen durch Angehörige, Freunde oder Nachbarschaft. Je nachdem wie sich die Situation darstellt, kann ein Umzug notwendig werden, eine bauliche Anpassung in der gegebenen Wohnsituation, die Hinzuziehung von professionellen und/oder ehrenamtlichen Helfer/innen. Auch die Entlastung pflegender Angehöriger sollte im Blick bleiben. Für sie gibt es vielfältige Angebote.
 
Vor welchen Herausforderungen stehen pflegende Angehörige Ihrer Erfahrung nach? 
Nicht selten fällt es pflegenden Angehörigen schwer, eigene Grenzen der Belastungsfähigkeit zu erkennen bzw. den Schritt zu gehen, sich Hilfen in den Haushalt zu holen. Dies kann zu Überlastung und auch Erkrankungen führen. Schwierig kann z.B. auch die sich verändernde Beziehung in der Pflege z.B. zwischen Ehepartnern oder auch Eltern und Kindern sein.
 
Lässt sich Pflege und Berufstätigkeit überhaupt unter einen Hut bringen?
Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist durchaus möglich, wenn dies gewünscht ist. Dies ist z.B. durch die Verteilung der Pflegeaufgaben auf viele Schultern möglich. Auch die Familienpflegezeit und Pflegezeit kann ihren Beitrag dazu leisten.
 
Unternehmen werden zwar familienfreundlicher, aber noch ist viel zu tun. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? 
Wünschenswert wäre, dass das Thema Pflege genauso gesellschaftsfähig wird wie die Erziehung von Kindern, um die Anforderungen aus der Familienarbeit und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu kriegen.


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