18.03.2019

Expertenchat zum Thema Mobbing

Hinter dem Rücken oder online wird getuschelt und gelästert, man fühlt sich ausgegrenzt und schikaniert: Mobbing kann jeden treffen – Kinder und Erwachsene. Wie geht man als Betroffener damit um? Was können Eltern tun um die Anzeichen zu erkennen und ihre Kinder zu schützen? Unsere Expertin berät Sie am 8. April 2019 ab 20.30 Uhr in unserem Expertenchat.

Die Expertin
Frau Monika Hirsch-Sprätz (Dipl. Sozialpädagogin, Mediatorin, Supervisorin, Dozentin und Beraterin für Konfliktmanagement) ist Leiterin der Mobbingberatung Berlin-Brandenburg. Seit dem Jahr 2000 unterstützt Sie gemeinsam mit dem professionell geschulten Team der Beratungsstelle Angestellte ebenso wie Führungskräfte, Studierende, Auszubildende oder Schüler mit ihren Eltern bei der Lösung ungeklärter und festgefahrener Konflikte und in Situationen von Mobbing/Bossing oder Cyberbullying. Angeboten werden sowohl Einzel- und Gruppenberatungen als auch Online-Beratungen, Chats und Videokonferenzen für Betroffene. Sie berät darüber hinaus Behörden und Unternehmen zum Thema und führt dort auch Vorträge, Seminare, Schulungen oder mediative Konfliktklärungsmaßnahmen durch. Zudem koordiniert Frau Hirsch-Sprätz das interdisziplinäre Expertennetzwerk der Beratungsstelle.


Vorab-Interview mit der Expertin

Frau Hirsch-Sprätz, ist Mobbing eine Randerscheinung in unserer Gesellschaft?

Mobbing ist schon lange keine Randerscheinung mehr, weder in Schule, noch in der Ausbildung, noch im Beruf. Das zeigt sowohl die hohe Aufmerksamkeit, die das Thema auf allen Ebenen hat, wie auch der steigende Bedarf nach Beratung, Schulung oder Information zum Thema.

Wo fängt Mobbing an? Wo ist die Grenze zwischen Antipathie und Mobbing?
Mobbing fängt meist mit ersten Sticheleien, Belästigungen, Schikanen, Ausgrenzungen an, manchmal aus einer Laune, Frust oder Wut heraus oder auch als Test, wie eine Person darauf reagiert. Wenn die negativen Handlungen oder verbalen Angriffe dann in Regelmäßigkeit übergehen und sich gezielt und systematisch gegen eine bestimmte Person richten, die geschädigt, ausgegrenzt oder bloßgestellt werden soll, kann es sich bereits um Mobbing handeln.

So ist auch der Übergang zwischen Antipathie hin zu Mobbing einzuschätzen. Antipathie gegen eine Person bedeutet eigentlich, dass ich mich mit mir auseinandersetzen müsste, um herauszufinden, was mich an der anderen Person antriggert und was das für mein weiteres Verhalten bedeutet. Das müsste dann nicht in Mobbinghandlungen enden. Was aber passiert, ist, dass die Schuld für die Antipathie beim Anderen festgemacht wird. Das lässt man die andere Person auch spüren.

Im Weiteren werden Unterstützer für die eigene Haltung gesucht, um das ablehnende Verhalten zu legitimieren, sich als besseren Menschen darzustellen und die andere Person zu erniedrigen.
 
Wer hilft bei festgefahrenen Konflikten und in Situationen, wo die Betroffenen nicht weiter wissen?
Das ist nicht pauschal beantwortbar und kommt auf den Einzelfall und den Kontext an. Bei Kindern/Jugendlichen sollten es Vertrauenspersonen unter den Peers sein, also vielleicht ältere SchülerInnen, Eltern und VertrauenslehrerInnen; bei Auszubildenden die Ausbildungsvertretung, Meister oder Ansprechpartner bei der IHK; im Berufsleben alle dafür zuständigen Personen wie Betriebs- und Personalräte, Gleichstellungsbeauftragte, Schwerbehindertenbeauftragte, Konfliktanlaufstellen, Vorgesetzte. Im zivilen, privaten Bereich gibt es die Telefonseelsorge, Selbsthilfegruppen, Krisendienste, Notfallnummern, Ärzte, Psychologen, Internet-Hilfeseiten, Hotlines und natürlich Beratungsstellen. Wichtig ist, sich erst einmal im nahen Umfeld eine Person des Vertrauens zu suchen.


Anmeldung Expertenchat >>

telefon0800 22 46 255

Das Team der BAHN-BKK berät Sie gerne. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.