07.05.2019

Expertenchat: Tattoo und Piercing - worauf sollte man achten?

Körperschmuck wie Tattoos und Piercings sind beliebt wie nie zuvor. Doch so ganz ungefährlich sind sie nicht. Unser Experte berät Sie zu allen Risiken und beantwortet Ihre persönlichen Fragen im Expertenchat am 3. Juni 2019.

Ringe, Knöpfe oder Tätowierungen in und an verschiedenen Körperstellen sind ein Massentrend. Nicht nur Teenager stehen auf Körperschmuck. Doch die Entscheidung will gut überlegt sein - schließlich lässt sie sich nur schwer rückgängig machen und birgt zudem einige Gesundheitsrisiken. Was ist im Vorfeld zu beachten? Was rät man Eltern, deren Kinder sich ein Tattoo oder Piercing wünschen? Und was ist, wenn einem der Körperschmuck nicht mehr gefällt?


Der Experte
Dr. Felix Kieker war nach seinem Studium der Humanmedizin an der FU Berlin zunächst als Assistenzarzt, später als Facharzt in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Universitätsmedizin Berlin mit den Schwerpunkten Dermatoonkologie und Dermatochirurgie tätig. Seit 2013 arbeitet er als Oberarzt an der Charité Hautklinik.


Vorab-Interview mit dem Experten

Millionen von Bundesbürgern tragen Piercings und/oder sind tätowiert. Worauf sollte man Ihrer Meinung nach achten, bevor man sich für den Körperschmuck entscheidet?
Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine Tätowierung ein Leben lang bleibt – und auch ein Piercing dauerhafte Spuren hinterlässt. Was heute gefällt, kann in 5 oder 10 Jahren zum Ärgernis werden. Dann sollte man sich vorab gut über mögliche Risiken informieren. Vor allem Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden sollten vorher einen Arzt konsultieren und sich beraten lassen. Bei bestimmten Erkrankungen, z. B. des Immunsystems, Herz- und Geschlechtskrankheiten, Ekzemen oder bekannten Allergien sind Tattoos und Piercing kontraindiziert. Auch Diabetiker dürfen weder gepierct noch tätowiert werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf Tattoos verzichtet werden, da sich ein Teil der Tattoofarbe im Körper verteilt, und auch das Kind erreichen kann.

Wo gibt es die häufigsten Komplikationen, was kann nach Ihren Erfahrungen schief gehen?
Jedes Piercing oder Tattoo birgt das Risiko für Komplikationen. Die Komplikationsrate bei Piercings liegt dabei höher als bei Tätowierungen. Abhängig ist sie von der Lokalisation, dem verwendeten Material, der Erfahrung des Piercers, den hygienischen Bedingungen und der Nachsorge. Studien zufolge sind Zungen-, Genital- und Brustwarzenpiercings am komplikationsreichsten, gefolgt von Piercings an Bauchnabel, Ohr und Nase.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei Entzündungen, Eiter, anhaltenden Infektionen und Reaktionen auf Tattoofarben.  Bereits bestehende Allergien, z.B. auf Metalle, Textilfarbstoffe, Konservierungsmittel etc. sollten auf jeden Fall VOR dem Tätowieren thematisiert werden.


Anmeldung Expertenchat >>

telefon0800 22 46 255

Das Team der BAHN-BKK berät Sie gerne. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.