27.07.2018

Produkt-Rückruf Valsartan: BAHN-BKK erstattet Zu- und Aufzahlungen bei Ersatzmedikamenten

Seit Anfang Juli werden verschiedene Arzneimittel mit dem Wirkstoff Valsartan zurückgerufen, da sie möglicherweise produktionsbedingt mit einem krebserregenden Stoff verunreinigt sein können.   
Präparate mit Valsartan werden zur Behandlung von Bluthochdruck und bei Patienten mit Herzschwäche bzw. nach einem Herzinfarkt eingesetzt.
 
Sie nehmen ein Medikament mit dem Wirkstoff Valsartan ein? Dann gehen Sie bitte folgendermaßen vor:
 
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt, Valsartan nicht eigenmächtig abzusetzen: "Patientinnen und Patienten, die valsartanhaltige Arzneimittel einnehmen, sollen die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung." Ein akutes Patientenrisiko besteht aktuell laut Einschätzung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nicht.
 
Lassen Sie am besten zeitnah anhand der Verpackung in Ihrer Apotheke vor Ort prüfen, ob die Charge Ihres Medikaments vom Rückruf betroffen ist. Sollte dies der Fall sein, beraten Sie sich bitte mit Ihrem behandelnden Arzt, welches Alternativ-Präparat für Sie geeignet ist und lassen sich ein neues Rezept ausstellen.
 
Wir belasten Sie nicht mit Mehrkosten
 
Für das neue Rezept haben Sie in der Apotheke die gesetzliche Zuzahlung zu leisten, sofern Sie keinen Befreiungsausweis haben. Bitte lassen Sie sich vom Apotheker bestätigen, dass es sich um ein Ersatzmedikament aufgrund des Rückrufs handelt. Dazu können Sie den Erstattungsantrag nutzen, den wir Ihnen unter dieser Meldung verlinkt haben. Reichen Sie die Quittung mit der entsprechenden Antrag bei uns ein, erstatten wir Ihnen gerne den Zuzahlungsbetrag, um Sie nicht doppelt zu belasten.
 
Erhalten Sie als Ersatz ein Originalpräparat von Novartis, haben Sie zusätzlich zur Zuzahlung eine Aufzahlung für das Medikament zu leisten. Auch diese können wir Ihnen erstatten, wenn Sie das Präparat erhalten, weil die Apotheke kein kostengünstigeres Generikum vorrätig hat. Bitte lassen Sie sich das von der Apotheke ebenfalls schriftlich bescheinigen und reichen Sie die Bestätigung zusammen mit der Quittung bei uns ein.
 
Darüber hinaus erstatten wir Ihnen die Aufzahlung im Rahmen der regelmäßigen Neuverordnung vorübergehend auch, wenn Ihre Apotheke kein aufzahlungsfreies Generikum vorrätig hat. Bitte lassen Sie sich dies bei jedem Rezept von der Apotheke schriftlich bescheinigen und reichen Sie die Bestätigung zusammen mit der Quittung bei uns ein. Sofern Sie nicht befreit sind, reduzieren wir den Erstattungsbetrag um die Zuzahlung, da diese auch bei der regelmäßigen Neuverordnung bei einem aufzahlungsfreiem Generikum angefallen wäre.
 
Bitte beachten Sie: Die Aufzahlung können wir Ihnen nicht erstatten, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen ein Novartis-Präparat (z. B. Diovan®) verschreibt und auf dem Rezept "aut idem" ankreuzt. In diesem Fall darf die Apothekerin/der Apotheker Ihnen nur das angegebene Präparat abgeben und Sie haben die Aufzahlung selbst zu tragen.
 
Originalpräparat und Generika
Noch ein Hinweis: Als Generika werden Medikamente bezeichnet, die dem Originalpräparat im Wesentlichen (Wirkstoffe, Menge, Darreichungsform) gleichen. Sie können andere Hilfsstoffe beinhalten und anders aussehen, als das Originalmedikament. In der Regel sind Generika deutlich kostengünstiger als das Originalpräparat. Für Sie als Patient ist wesentlich, dass Sie gut auf ein Medikament eingestellt sind, es also gut vertragen und nicht, ob es sich um das Originalmedikament oder ein Nachahmerprodukt (Generikum) handelt.

Fragenkatalog des BfArM zum Valsartan-Rückruf
   
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