20.10.2021

Expertenchat zum Thema Transsexualität und Transgender

Transgender-Flagge auf eine Hand gemalt
Menschen, die trans* sind, haben viel mit Vorurteilen zu kämpfen und werden von der Gesellschaft oft ausgegrenzt. Besonders Jugendliche werden in der Schule gemobbt und weisen laut Psychologinnen und Psychologen eine erhöhte Suizidrate auf. Grund für diese fehlende Akzeptanz ist vor allem eine fehlende Aufklärung. 

Woher weiß man, dass man trans* ist? An wen kann ich mich wenden, wenn ich Unterstützung beim Outing oder bei einer Umwandlung brauche? Wie lang ist der Weg einer Geschlechtsumwandlung, bzw. Anpassung Fachkundigen Rat erhalten Sie bei unserem Expertenchat am 1. November ab 20.30 Uhr.

Unsere Expertin
Christina Schieferdecker wurde 1967 geboren. Sie hat eine Ausbildung zur Kauffrau gemacht und im Anschluss ein Studium als Diplom-Pädagogin abgeschlossen. Danach absolvierte sie eine Ausbildung der Personenzentrierten Therapie und gründete 2008 den Verein ATME e.V. – Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. Seither ist sie im Vorstand.  Sie ist außerdem Autorin und hat unter anderem den weltweit ersten Menschenrechtsbericht zur Situation transsexueller Menschen in New York vorgelegt. Seitdem nimmt sie regelmäßig an Tagungen zu Menschenrechten der Vereinten Nationen teil. 
 


Vorab-Interview mit der Expertin

Was genau ist Transsexualität?

Christina Schieferdecker: Menschen mit Transsexualität sind Männer und Frauen, die mit primären Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, die dazu führten, dass sie bei der Geburt dem falschen Geschlecht zugeordnet wurden.

Welche Formen der Geschlechtsanpassungen sind möglich? 

Christina Schieferdecker: Sehr viele. Was noch nicht geht, ist so etwas, wie ein kleinerer Körper oder schmalere Schultern. Man kann sehr viel an Kopf und Gesicht machen, Brüste lassen sich vergrößern, verkleinern, entfernen. Die Hautbehaarung lässt sich verändern und die Genitalien kann man verändern. Die Qualität der Eingriffe unterscheidet sich oft, vor allem, wenn man es in Deutschland machen lässt. 

Gibt es eine Altersgrenze für eine Geschlechtsumwandlung? 

Christina Schieferdecker: In der Regel gibt es keine Altersgrenze für eine Geschlechtsumwandlung, sowohl beim Standesamt als auch bei der körperlichen Anpassung. Eine Geschlechtsumwandlung ist extrem demütigend, da immer noch verlangt wird, dass man sich zuerst von zwei Gutachtern für geisteskrank erklären lassen muss. Die Kosten für das Gutachten müssen von Betroffenen selbst getragen werden. Anschließend kann man seinen Namen ändern lassen. Das gleiche gilt für den standesamtlichen Geschlechtseintrag. 

Welche psychosozialen Anlaufstellen gibt es, für Menschen, die sich beraten lassen möchten? 

Christina Schieferdecker: Derzeit gibt es keine Einrichtungen. Es kann sein, dass es in der einen oder anderen Stadt eine Ausnahme gibt, doch prinzipiell gibt es sowas leider nicht. Normalerweise dienen Selbsthilfegruppen, Internetplattformen, Psychologen und Psychiater (wenn man einen hat) als Anlaufstellen.

Das Team der BAHN-BKK berät Sie gerne. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr.