BKK MedPlus Diabetes Mellitus Typ 1
Strukturiertes Behandlungsprogramm

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 sind lebenslang auf die Gabe von Insulin angewiesen. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, ein Leben ohne größere Einschränkungen ist dennoch möglich. Neben der Umstellung von Lebensgewohnheiten hilft eine optimale medizinische Versorgung dabei, Krankheitszeichen und Spätschäden zu vermeiden.
Wer kann am Programm Diabetes mellitus Typ 1 teilnehmen?
- Am BKK MedPlus-Programm Diabetes Typ 1 können bereits Kinder teilnehmen. Bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren hat ein gesetzlicher Vertreter die Teilnahmeerklärung zu unterschreiben.
- Die Teilnahme am Programm Diabetes Typ 1 schließt die parallele Teilnahme am Programm Diabetes Typ 2 aus.
Hier erfahren Sie, von welchen Vorteilen Sie durch eine Teilnahme am BKK MedPlus-Programm profitieren und wie Sie teilnehmen können.
Versorgung von Kindern und Jugendlichen bei Teilnahme am Programm Diabetes mellitus Typ 1
Wenn Kinder und Jugendliche am BKK MedPlus Diabetes Mellitus Typ 1 teilnehmen, soll ihr Arzt regelmäßig einige der nachfolgend beispielhaft zusammengefassten Behandlungsmaßnahmen durchführen.
Die vollständigen Versorgungsinhalte sind in der DMP-Anforderungen-Richtlinie geregelt.
| Was wird untersucht? | Häufigkeit | Durchführung durch |
|---|---|---|
| HbA1c-Messung (Glukoselangzeitwert) | vierteljährlich, mindestens 2x jährlich Messung des Langzeitglukosewertes | diabetologisch qualifizierter Pädiater (Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin) |
| Injektionsstellen | vierteljährlich, mindestens 2x jährlich; bei starken Glukoseschwankungen auch häufiger | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
| Blutdruck-Messung | ab dem 11. Lebensjahr mindestens einmal jährlich | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
Nieren
| frühestens ab dem 11. Lebensjahr und nach 5 Jahren Diabetesdauer: mindestens 1x jährlich | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
Schilddrüse
| ein- bis zweijährlich | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
Augenhintergrund
| frühestens ab dem 11. Lebensjahr und nach 5 Jahren Diabetesdauer: ein- oder zweijährlich (risikoabhängig) | Augenarzt |
Rauchen
| mindestens 1x, meist zu Beginn der BKK MedPlus-Teilnahme | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
Mögliche andere Erkrankungen
| bei Bedarf | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
| Information über das Risiko einer verspätet auftretenden Hypoglykämie durch Alkoholkonsum und dem Hypoglykämierisiko im Alltag | mindestens 1x, meist zu Beginn der BKK MedPlus-Teilnahme | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
Zahnärztliche Untersuchung
| regelmäßig im Rahmen der jährlichen Kontrolluntersuchung | Zahnarzt |
Psychosoziale Beratung und Betreuung
| bei jedem BKK MedPlus-Termin | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
| Empfehlung einer Schulung (zur Förderung des eigenverantwortlichen Krankheitsmanagements) | mindestens 1x, meist zu Beginn der BKK MedPlus-Teilnahme | diabetologisch qualifizierter Pädiater |
Das Behandlungsprogramm BKK MedPlus Diabetes Mellitus Typ 1 sieht vor, Kinder und Jugendliche bei bestimmten Anlässen an Spezialisten bzw. ins Krankenhaus zu überweisen:
| Wann wird überwiesen? | An wen wird überwiesen? |
|---|---|
| Wenn der Diabetes seit mindestens 5 Jahren besteht bzw. ab dem 11. Lebensjahr soll alle 1 bis 2 Jahre eine Untersuchung der Netzhaut erfolgen. | Augenarzt |
| Wenn die Psyche ernsthaft beeinträchtigt ist (z. B. wenn eine Essstörung vorliegt). | Entsprechend qualifizierte Ärzte (z. B. Psychotherapeuten, Psychiater etc.) |
| Wenn eine Insulinpumpentherapie eingeleitet werden soll. | diabetologische Einrichtung, die für die Pumpentherapie qualifiziert ist |
| Wenn ein erhöhter Blutdruck nicht innerhalb von 6 Monaten auf altersgerechte Normwerte gesenkt wurde. | qualifizierter Facharzt (z. B. Nephrologie) oder Einrichtung |
| Wenn eine Typ-1-Diabetikerin schwanger wird. | Einrichtung, die für die Behandlung von Schwangeren mit Typ-1-Diabetes besonders qualifiziert ist |
| Bei einer Einschränkung der Nierenfunktion. | Nephrologe |
| Wenn der Verdacht auf Herz- oder Blutgefäß- Komplikationen besteht. | qualifizierter Facharzt (z. B. Kardiologie) oder Einrichtung |
| Bei Veränderungen an den Füßen, die den Verdacht auf ein diabetisches Fußgeschwür aufkommen lassen. | Einrichtung, die für die Behandlung des diabetischen Fußgeschwürs qualifiziert ist |
Erfolgt die Koordination in Ausnahmefällen durch Diabetologen ohne Anerkennung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin, wird zusätzlich zu den zuvor genannten Indikationen bei den folgenden Anlässen überwiesen:
| Wann wird überwiesen? | An wen wird überwiesen? |
|---|---|
| Wenn die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 gerade gestellt wurde. | diabetologisch qualifizierter Arzt für Kinder- und Jugendmedizin oder diabetologisch qualifizierte Einrichtung für Kinder und Jugendmedizin |
| Wenn der HbA1c-Zielwert (Glukoselangzeitwert) nicht erreicht wird (in der Regel ≤ 7,5 % beziehungsweise 58 mmol/mol, sofern keine problematischen Hypoglykämien auftreten) nach maximal 6 Monaten Behandlungsdauer. | diabetologisch qualifizierter Arzt für Kinder- und Jugendmedizin oder diabetologisch qualifizierte Einrichtung für Kinder und Jugendmedizin |
| Wenn eine intensivierte Insulintherapie eingeleitet werden soll. | diabetologisch qualifizierter Arzt für Kinder- und Jugendmedizin oder diabetologisch qualifizierte Einrichtung für Kinder und Jugendmedizin |
| Bei Auftreten von Hypoglykämien oder Ketoazidosen, insbesondere bei Abschluss der akut-medizinischen Versorgung infolge einer schweren Stoffwechseldekompensation. | diabetologisch qualifizierter Arzt für Kinder- und Jugendmedizin oder diabetologisch qualifizierte Einrichtung für Kinder und Jugendmedizin |
| Wenn erstmals Komplikationen an den kleinen Blutgefäßen (Nieren oder Augenhintergrund) oder an den Nerven auftreten. | diabetologisch qualifizierter Arzt für Kinder- und Jugendmedizin oder diabetologisch qualifizierte Einrichtung für Kinder und Jugendmedizin |
| Bei einem Notfall | ins nächste erreichbare Krankenhaus |
| Bei neu diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ 1 bzw. bei schwerwiegenden Behandlungsproblemen (z. B. ungeklärten Unter- oder Überzuckerungen). | in eine pädiatrisch-diabetologisch qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Gegebenenfalls zur Durchführung eines strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramms. | in eine pädiatrisch-diabetologisch und zur Durchführung von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen qualifizierte Einrichtung |
| Zur Einleitung einer intensivierten Insulintherapie. | in eine pädiatrisch-diabetologisch und zur Durchführung von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen qualifizierte Einrichtung |
| Gegebenenfalls zur Einleitung einer Insulinpumpentherapie (CSII) | in eine auf die Pumpentherapie spezialisierte Einrichtung |
| Bei Nichterreichen des HbA1c-Zielwertes nach 6 Monaten (spätestens 9 Monaten) Behandlungsdauer in einer ambulanten pädiatrisch-diabetologisch qualifizierten Einrichtung. | in eine pädiatrisch-diabetologisch qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Gegebenenfalls zur Mitbehandlung von Begleit- und Folgekrankheiten des Diabetes mellitus Typ 1. | in eine diabetologisch qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Bei Fußkomplikationen | in ein für die Behandlung des diabetischen Fußgeschwürs qualifiziertes Krankenhaus |
Versorgung von Erwachsenen bei Teilnahme am Programm Diabetes mellitus Typ 1
Wenn Sie an BKK MedPlus Diabetes Mellitus Typ 1 teilnehmen, soll Ihr Arzt regelmäßig einige der nachfolgend beispielhaft zusammengefassten Behandlungsmaßnahmen durchführen.
Die vollständigen Versorgungsinhalte sind in der DMP-Anforderungen-Richtlinie geregelt. Was wird
| Was wird untersucht? | Häufigkeit | Durchführung durch |
|---|---|---|
| HbA1c-Messung (Glukoselangzeitwert) | vierteljährlich, mindestens 2x jährlich | Diabetologe |
| Injektionsstellen | vierteljährlich, mindestens 2x jährlich; bei starken Glukoseschwankungen auch häufiger | Diabetologe |
| Blutdruck-Messung | vierteljährlich, mindestens 1x jährlich | Diabetologe |
Nieren
|
Ab 5 Jahren Diabetesdauer und wenn die Nierenfunktion bisher in Ordnung war: einmal jährlich Mindestens einmal jährlich | Diabetologe |
Nieren
|
Nach jeder Untersuchung, bei der eine verschlechterte Nierenfunktion festgestellt wurde. Spätestens bei Erreichen einer Niereninsuffizienz im Stadium 4. | Nephrologe (Nierenspezialist) |
Füße
| Ab 5 Jahren Diabetesdauer mindestens 1x jährlich | Diabetologe |
Füße
| mindestens 2x jährlich | Diabetologe oder Fußambulanz |
Füße
| vierteljährlich | Fußambulanz |
Füße
| alle 1-3 Monate | Diabetologe oder Fußambulanz |
Füße
| bei jedem BKK MedPlus-Termin | Diabetologe oder Fußambulanz |
Füße
| jedes Quartal oder häufiger | Diabetologe und Orthopädietechnik |
| Augenhintergrund zur Früherkennung von Netzhauterkrankungen (diabetische Retinopathie) | nach 5 Jahren Diabetesdauer: ein- oder zweijährlich (risikoabhängig) | Augenarzt |
Rauchen
| mindestens einmal, meist zu Beginn der BKK MedPlus-Teilnahme
Bei jedem BKK MedPlus -Termin | Diabetologe |
| Information über das Risiko einer verspätet auftretenden Hypoglykämie durch Alkoholkonsum und dem Hypoglykämierisiko im Alltag. | mindestens 1x, meist zu Beginn der BKK MedPlus-Teilnahme | Diabetologe |
| Erstellung eines Medikationsplans bei dauerhafter Einnahme von mindestens 5 Medikamenten. | mindestens 1x jährlich | Diabetologe |
| Nach schwerer Unter-/Überzuckerung: Abklären der Ursachen und bei Bedarf Anpassung der Therapie oder des Therapieziels. | im Anschluss an die Notfalltherapie | Diabetologe |
| Zahnärztliche Untersuchung: Parodontitis | regelmäßig im Rahmen der jährlichen Kontrolluntersuchung | Zahnarzt |
| Zusammenspiel: Körper, Psyche, Soziales: Überprüfung, ob eine Psychotherapie den Gesundheitszustand verbessern könnte. | bei jedem BKK MedPlus -Termin | Diabetologe |
Das Behandlungsprogramm BKK MedPlus Diabetes Mellitus Typ 1 sieht vor, Sie bei bestimmten Anlässen an Spezialisten bzw. ins Krankenhaus zu überweisen:
| Wann wird überwiesen? | An wen wird überwiesen? |
|---|---|
| Wenn ein diabetisches Fußgeschwür vorliegt oder der Verdacht darauf besteht sowie zur ständigen Kontrolle nach einer früheren Behandlung in einer spezialisierten Fußeinrichtung. | Einrichtung, die für Behandlung des diabetischen Fußgeschwürs qualifiziert ist (Fußambulanz) |
| Wenn eine augenärztliche Untersuchung nötig ist, insbesondere der Netzhaut. | Augenarzt |
| Wenn eine Schwangerschaft geplant ist oder besteht. | Einrichtung, die qualifiziert ist für die Behandlung von Schwangeren mit Diabetes mellitus Typ 1 |
| Wenn eine Insulinpumpentherapie eingeleitet werden soll. | diabetologisch qualifizierte Einrichtung |
| Wenn ein erhöhter Blutdruck nicht innerhalb von 6 Monaten auf normale Werte, das heißt innerhalb eines Zielkorridors zwischen 139 und 130 mmHg (oberer Wert) und 89 und 80 mmHg (unterer Wert), gesenkt werden kann. | qualifizierter Facharzt (z. B. Nephrologe) oder Einrichtung |
| Bei Auftreten von Hypoglykämien oder Ketoazidosen, insbesondere bei Abschluss der akut-medizinischen Versorgung infolge einer schweren Stoffwechseldekompensation. | qualifizierter Facharzt (z. B. Nephrologe) oder Einrichtung |
| Bei einer Einschränkung der Nierenfunktion. | qualifizierter Facharzt (z. B. Nephrologe) oder Einrichtung |
| Nach Ermessen des Arztes, wenn Herz- oder Blutgefäß- Komplikationen vorliegen. | qualifizierter Facharzt oder Einrichtung |
| Bei einem Notfall | in ein diabetologisch qualifiziertes Krankenhaus |
| Bei erstmaliger Stoffwechselentgleisung wegen Überzuckerung (Ketoazidose) oder ambulant nicht rasch korrigierbarer Ketose. | in ein diabetologisch qualifiziertes Krankenhaus |
| Zur Abklärung nach wiederholten schweren Unter- oder Überzuckerungen. | in ein diabetologisch qualifiziertes Krankenhaus |
| Bei Nichterreichen des HbA1c-Zielwertes (in der Regel ≤ 7,5 % beziehungsweise 58 mmol/mol, sofern keine problematischen Hypoglykämien auftreten) nach 6 Monaten (spätestens 9 Monaten) Behandlungsdauer. | in ein diabetologisch qualifiziertes Krankenhaus |
| Gegebenenfalls zur Mitbehandlung von Begleit- und Folgekrankheiten des Diabetes mellitus Typ 1. | in ein diabetologisch qualifiziertes Krankenhaus |
| Gegebenenfalls zur Einleitung einer Insulinpumpentherapie (CSII) | in eine auf die Pumpentherapie spezialisierte Einrichtung |
| Bei infiziertem diabetischen Fußgeschwür sowie bei akuter Fußkomplikation. | in ein für die Behandlung des diabetischen Fußgeschwürs qualifiziertes Krankenhaus |
| Zur Einleitung einer intensivierten Insulintherapie. | in eine diabetologisch und zur Durchführung von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen qualifizierte Einrichtung |
| Zur Durchführung eines strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramms. | in eine diabetologisch und zur Durchführung von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen qualifizierte Einrichtung |
Unterlagen zu Diabetes Typ 1
- Gesundheitspass
- Tagebuch Diabetes
- Blutdruckpass
Sollten Sie an einer oder mehreren dieser Unterlagen Interesse haben, senden wir Ihnen diese gerne kostenfrei zu. Schicken Sie uns dafür einfach eine Nachricht über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an der kostenfreien Servicenummer 0800 22 46 255 an.
Qualitätssicherung
Um die Qualität des BKK MedPlus Programms Diabetes Typ 1 messen, bewerten und weiterentwickeln zu können, nehmen wir regelmäßig gesetzlich vorgeschriebene Auswertungen vor. Den letzten Qualitätssicherungs-Bericht (QS-Bericht) können Sie hier einsehen.