Darmkrebsvorsorge: Wann, wie oft & welche Untersuchungen wirklich wichtig sind

    Männerhände, die die blaue Darmkrebs-Schleife halten

    Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die gute Nachricht: Wird Darmkrebs früh erkannt oder sogar bereits in seinen Vorstufen entdeckt, bestehen sehr gute Heilungschancen. Mit modernen Vorsorgeuntersuchungen lassen sich verdächtige Veränderungen oft erkennen und entfernen, bevor Krebs überhaupt entsteht. Deshalb ist die Darmkrebsvorsorge eine der wichtigsten Maßnahmen für die eigene Gesundheit.

    Darmkrebsvorsorge: Ab wann und für wen ist sie empfohlen?

    Die Darmkrebsvorsorge richtet sich nach Alter, Geschlecht und individuellem Risiko. Da Darmkrebs im frühen Stadium oft keine Symptome verursacht, kommt der Vorsorge eine entscheidende Bedeutung zu.

    Alle Versicherten ab 45 Jahren können folgende Untersuchungen in Anspruch nehmen:

    • ab 50 Jahre alle 2 Jahre eine Untersuchung beim Arzt auf verborgenes Blut im Stuhl: Der Test erfolgt mit einem immunologischen Stuhltest (iFOBT).
    • alternativ bei der BAHN-BKK als Zusatzangebot: ab 45 bis 54 Jahre alle 2 Jahre einen Darmkrebs-Selbsttest für zu Hause

    oder

    • Darmspiegelung ab 50 Jahren: Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist aktuell die sicherste Art, Darmkrebs zu vermeiden. Sie hat außerdem den Vorteil, dass Vorstufen von Darmkrebs (Polypen/Adenome) gleich bei der Untersuchung abgetragen werden. Nach Durchführung einer Darmspiegelung kann die nächste Untersuchung (Stuhltest oder Darmspiegelung) frühestens nach 10 Jahren wiederholt werden.

    Alle Kunden erhalten nach ihrem 50. Geburtstag von uns eine schriftliche Einladung.

    Darmkrebsvorsorge für Männer

    Männer haben ein höheres Risiko, früher an Darmkrebs zu erkranken. Deshalb wird ihnen empfohlen, die angebotenen Vorsorgemaßnahmen konsequent wahrzunehmen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Vorstufen erkennen und entfernen, bevor Krebs entsteht.

    Darmkrebsvorsorge für Frauen

    Auch Frauen sollten die empfohlenen Vorsorgeangebote wahrnehmen. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Eine frühzeitige Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen erhöht die Chance, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.

    Wer ist besonders anfällig für Darmkrebs?

    Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

    • höheres Lebensalter
    • Darmkrebsfälle in der Familie
    • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
    • Bewegungsmangel
    • Übergewicht
    • Rauchen
    • hoher Alkoholkonsum
    • ballaststoffarme Ernährung mit viel rotem oder verarbeitetem Fleisch

    Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten sich frühzeitig ärztlich beraten lassen, da für sie oft andere Vorsorgeempfehlungen gelten.

    Darmkrebs testen: Welche Methoden gibt es und was leisten sie?

    In Deutschland zwei bewährte Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs zur Verfügung: der Stuhltest und die Darmspiegelung.

    Stuhltest

    Bei der Darmkrebs-Vorsorge wird ein sogenannter immunologischer Stuhltest (iFOBT) eingesetzt. Dieser Test weist kleinste Mengen von Blut im Stuhl nach, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Solche Blutspuren können auf Darmpolypen oder Darmkrebs hinweisen. Ein Stuhltest ist einfach durchzuführen, ersetzt jedoch keine Darmspiegelung.

    So läuft der Stuhltest ab:

    1. Sie erhalten ein Testset von Ihrer Arztpraxis oder im Rahmen eines Vorsorgeprogramms.
    2. Zu Hause entnehmen Sie mit dem beiliegenden Entnahmestäbchen eine kleine Stuhlprobe.
    3. Die Probe wird in das dafür vorgesehene Röhrchen gegeben.
    4. Anschließend senden Sie die Probe ein oder geben sie in der Arztpraxis ab.
    5. Das Labor wertet die Probe aus und informiert über das Ergebnis.

    Der Test kann alle 2 Jahre wiederholt werden.

    Darmkrebs-Selbsttest für zu Hause

    Um Ihnen frühzeitige Vorsorge zu ermöglichen, können Sie die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl mit dem immunologischen Stuhltest (iFOBT) für zu Hause bereits vor dem gesetzlich festgelegten Anspruch bei uns ab 45 bis 54 Jahre alle 2 Jahre in Anspruch nehmen.

    Das Testset zur Darmkrebsfrüherkennung bestellen Sie online. Das Labor sendet Ihnen einen immunologischen Stuhlbluttest (iFOB-Test) zu, den Sie einfach zu Hause anwenden und zurückschicken. Nach der Auswertung erhalten Sie schriftlich die Ergebnisse sowie weitere Handlungsempfehlungen.

    Darmspiegelung (Koloskopie)

    Die Darmspiegelung gilt als zuverlässigster Test zur Darmkrebsvorsorge. Sie ermöglicht nicht nur die Erkennung von Krebs, sondern auch die Entfernung von Vorstufen während derselben Untersuchung.

    Was ist eine Koloskopie und wie läuft sie ab?

    Bei einer Koloskopie wird ein dünnes, flexibles Endoskop durch den After in den Dickdarm eingeführt. Eine kleine Kamera überträgt Bilder auf einen Monitor, sodass die Darmschleimhaut genau untersucht werden kann.

    Vor der Untersuchung muss der Darm durch spezielle Abführmittel gereinigt werden. Auf Wunsch erhalten viele Patienten eine Sedierung, sodass sie von der Untersuchung kaum etwas bemerken.

    Wie lange dauert eine Darmspiegelung wirklich?

    Die eigentliche Darmspiegelung dauert in der Regel zwischen 20 und 45 Minuten. Mit Vorbereitung, Aufklärungsgespräch und Nachbeobachtung sollte jedoch insgesamt mehr Zeit eingeplant werden.

    Darmkrebs erkennen: Welche Symptome und Anzeichen gibt es?

    Darmkrebs entwickelt sich häufig über viele Jahre hinweg und verursacht insbesondere im Frühstadium oft keine Beschwerden. Umso wichtiger ist es, mögliche Warnsignale ernst zu nehmen.

    Zu den häufigsten Symptomen gehören:

    • Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (Durchfall oder Verstopfung)
    • Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
    • Blut im Stuhl
    • Bauchschmerzen oder Krämpfe
    • Blähungen und Völlegefühl
    • Ungewollter Gewichtsverlust
    • Müdigkeit und Leistungsminderung
    • Blutarmut (Anämie)

    Nicht jedes dieser Symptome weist automatisch auf Darmkrebs hin. Treten Beschwerden jedoch über längere Zeit auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

    Wie äußert sich Darmkrebs im Anfangsstadium?

    Im Anfangsstadium verläuft Darmkrebs häufig symptomlos. Viele Betroffene fühlen sich gesund und bemerken keine Veränderungen. Erste Anzeichen können kleine Blutspuren im Stuhl, leichte Verdauungsbeschwerden oder eine ungeklärte Müdigkeit sein. Genau deshalb ist die regelmäßige Vorsorge so wichtig.

    Symptome bei Männern und Frauen: Gibt es Unterschiede?

    Die Symptome von Darmkrebs unterscheiden sich grundsätzlich nicht zwischen Männern und Frauen. Während Männer statistisch etwas häufiger betroffen sind, treten typische Beschwerden wie Blut im Stuhl, Veränderungen des Stuhlgangs oder Bauchschmerzen bei beiden Geschlechtern gleichermaßen auf.

    Wie lange kann man unbemerkt Darmkrebs haben?

    Darmkrebs entwickelt sich meist langsam über viele Jahre. Von der ersten Vorstufe bis zu einem bösartigen Tumor können oftmals zehn Jahre oder mehr vergehen. Deshalb kann die Erkrankung lange Zeit unbemerkt bleiben, bevor erste Beschwerden auftreten.

    Häufige Fragen zur Darmkrebsvorsorge

    Wie hoch sind die Heilungschancen bei Darmkrebs?

    Die Heilungschancen hängen entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, können die Heilungschancen sehr gut sein. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto erfolgreicher ist die Behandlung in der Regel.

    Welche Beschwerden hat man, wenn man Darmkrebs hat?

    Darmkrebs verursacht nicht immer Schmerzen. Wenn Beschwerden auftreten, werden häufig folgende Bereiche genannt:

    • Unterbauch
    • Mittlerer Bauchbereich
    • Krampfartige Bauchschmerzen
    • Druck- oder Völlegefühl

    Schmerzen allein sind jedoch kein zuverlässiges Anzeichen für Darmkrebs.

    Wie äußert sich Darmkrebs im Anfangsstadium?

    Früher Darmkrebs verursacht oft keine Beschwerden. Mögliche erste Anzeichen sind Blut im Stuhl, Veränderungen der Verdauung oder anhaltende Müdigkeit.

    Was ist die Vorstufe von Darmkrebs – und wann wird sie gefährlich?

    In den meisten Fällen entwickelt sich Darmkrebs aus sogenannten Darmpolypen oder Adenomen. Diese gutartigen Schleimhautveränderungen können über Jahre wachsen und sich zu Krebs entwickeln.

    Nicht jeder Polyp wird bösartig. Mit zunehmender Größe und bestimmten Gewebemerkmalen steigt jedoch das Risiko einer Entartung. Deshalb werden auffällige Polypen während einer Darmspiegelung meist sofort entfernt.

    Wie äußert sich Darmkrebs im Anfangsstadium?

    Frühe Stadien verlaufen oft symptomlos. Genau deshalb spielt die Vorsorge eine zentrale Rolle. Wenn Schmerzen auftreten, betreffen sie meist den Bauchraum. Allerdings verursacht Darmkrebs häufig lange Zeit überhaupt keine Schmerzen.

    Wann sollte man zur Darmkrebsvorsorge?

    Die Vorsorge sollte ab 50 Jahren alle 2 Jahre als Stuhltest oder alle 10 Jahre als Darmspiegelung wahrgenommen werden. Bei familiärer Vorbelastung kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein. Bei der BAHN-BKK ist bereits ab 45 Jahren ein Darmkrebs-Selbsttest für zu Hause möglich.

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    In welchem Alter tritt am häufigsten Darmkrebs auf?

    Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Die meisten Erkrankungen treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Bei Männern liegt das Durchschnittsalter aktuell bei 71 Jahren, bei Frauen bei 75 Jahren.

    Wer ist anfällig für Darmkrebs?

    Menschen mit familiärer Vorbelastung, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie Personen mit ungesunder Lebensweise tragen ein erhöhtes Risiko. 

    Mehr zu den Risikofaktoren

    Darmkrebs mit 30: Kann das wirklich passieren?

    Ja, auch jüngere Menschen können an Darmkrebs erkranken, obwohl das Risiko insgesamt deutlich geringer ist als in höheren Altersgruppen. Besonders bei familiärer Vorbelastung, genetischen Faktoren oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sollte auf Warnzeichen geachtet werden.

    Quellen:

    Check-up

    Lassen Sie sich regelmäßig durchchecken. Ab 35 Jahren übernehmen wir die kompletten Kosten für einen Check-up alle drei Jahre.

    Impfen schützt

    Impfungen schützen Sie wirksam vor ansteckenden Krankheiten. Wir beraten Sie gern bei Ihren Entscheidungen und kümmern uns um die Kosten.